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Menschen in pflegerischen Berufen

Menschen in pflegerischen Berufen müssen eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen. Neben fachlicher Qualifikation werden hohe Ansprüche an ihren persönlichen Einsatz gestellt: Vorgesetzte, Mitarbeiter (Kollegen), erwarten von ihnen, dass sie fleißig, verträglich, genau, gehorsam, freundlich, kooperativ, schnell, unterstützend und einfühlend sind.

Die Alten, Kranken oder Behinderten sind auf ihre praktische Hilfe angewiesen. Daneben hoffen sie ebenso sehr darauf, dass sie ihnen zuhören, verständnisvoll sind, trösten, helfen, sie ermutigen oder ermuntern, ihnen gut zureden, sich Zeit nehmen - die sie oft nicht haben - Entscheidungen für sie treffen, Sicherheit geben, Geborgenheit vermitteln, Angst abbauen und sie in ihrer Situation verstehen.

Es wird kaum gefragt, ob sie dabei überfordert sind, wie sie selbst ihre Angst und Hilflosigkeit im Angesicht von Leidenden und Sterbenden bewältigen, wie es ihnen gelingt, persönliche Konflikte oder Schwierigkeiten beiseite zu lassen, um sich ganz auf den pflegebedürftigen Menschen einzustellen, solange sie in ihrer Arbeit reibungslos funktionieren.

Dabei brauchen sie gerade die Unterstützung und auch die Möglichkeit, sich mit anderen auszusprechen, neue Kraft zu sammeln, den eigenen Standpunkt zu vertreten, Probleme zu bearbeiten, zu lernen, die eigene Angst zu bewältigen und sich noch besser in pflegebedürftige Menschen einzufühlen, ohne sich dabei gefühlsmäßig ganz zu verwickeln und dabei handlungsunfähig zu werden.

Wenn sie ein Gespür dafür haben, dass es nicht ausreicht, Kranke und Pflegebedürftige nur ärztlich und pflegerisch zu versorgen, sondern wenn es ihr Wunsch ist, den ganzen Menschen mit all seinen Nöten und Schmerzen zu verstehen und zu heilen oder zu begleiten, sollten sie ihre Fähigkeit dazu entwickeln und fördern und in Selbst- und Fremderfahrung lernen, sie zum Gewinn aller Beteiligten anzuwenden. Hierzu gibt es in der psychodramatischen Gruppentherapie eine reiche Auswahl an Hilfestellungen.