PIB-ZentrumFortbildungBerufsgruppenTheologen

Theologen/innen

In welch schwieriger Situation befindet sich der Pfarrer mit der ständigen Frage: Was brauchen die Menschen in meiner Gemeinde, wie kann ich antworten auf die Lebensumstände der Menschen? Wie kommen alte Menschen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Trauernde, Benachteiligte, Arbeitslose, Alleinstehende in unserer Gemeinde zur Geltung? Was können wir als Kirche und Gemeinde in Krisensituationen tun? Wie können wir Hoffnung und Frieden gewinnen? Wie gehen wir mit Grenzen um, mit unseren eigenen und denen anderer Menschen?

Er begleitet seine Gemeinde in allen Lebensabschnitten. Er besucht und sucht die Menschen. Aber er ist nicht nur der menschliche Begleiter, sondern seine Rolle prägt auch das Amt, die Kirche, die Verantwortung, der Anspruch, Vorbild sein zu sollen. Da ist seine Familie, in der er der Vater ist, die gleichzeitig unter dem Druck steht, das Schaufenster für die Gemeinde zu sein. Da sind seine Kollegen und Vorgesetzte, die ihn zur Auseinandersetzung und Klärung auffordern.

In seinen Rollen für die Gemeinde muss er der Helfende, der Unterstützende, der Ratende, der Begleitende, der Wissende, der Lehrende, der neue Wege Suchende sein. Seine vielfältigen Aufgaben für andere Menschen lassen ihn unter Umständen zeitweilig einsam werden. In der Anforderung Vorbild sein zu sollen, ist es gerade für ihn besonders schwierig, sich als Mensch mit menschlichen Schwächen zu akzeptieren. Eine oft desillusionierte Jugend macht es nicht selten schwer, sich in seinem Bemühen offen zu halten, kreativ und einfühlsam neue Wege zu suchen.

Viele Theologen sind auf der Suche, in Gruppen diesen Menschen Unterstützung anzubieten. Neben dem menschlichen Engagement und dem guten Willen spüren sie, dass sie Methoden brauchen, ein Leiter in den Gruppen zu sein, der Menschen hilft, einander offen zu begegnen und mit Themen effektiv auseinanderzusetzen.

In einer Psychodrama-Gruppe kann er sich und seine Arbeit besser kennen- und verstehenlernen, er erfährt Möglichkeiten, mit einzelnen Menschen und Gruppen effektiver zu arbeiten und umzugehen. In der Stützung durch die Gruppe erfährt er sein Angenommensein als Mensch von anderen Menschen, wodurch er sein eigenes Leben in Grenzsituationen, mit denen er ständig umgehen muss, angstfreier bedenken und wahrnehmen kann.