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Was ist Bibliodrama?

Das Bibliodrama entstand vor ca. 25 Jahren in der kirchlichen Erwachsenenbildung. Es verfolgt das Ziel, die Bedeutung biblischer Texte für Menschen heute zu erschließen.

"Bibliodrama ist ein offener Interaktionsprozess zwischen einem biblischen Text und einer Gruppe, in dem versucht wird, Bibelauslegung und Selbsterfahrung zu integrieren. Ziel ist es, dass die Teilnehmer über die Identifikation mit biblischen Gestalten und Situationen ein lebendiges Bibelverständnis erhalten und neue religiöse Erfahrungen machen." (Lexikon für Theologie und Kirche, S. 415)

Im Bibliodrama wird eine biblische Geschichte, ein Wort, eine Erzählung oder ein Psalm in spielerisches Handeln umgesetzt. Es geht also über die kognitive Auseinandersetzung hinaus. Eigene Gefühle werden bewusst und spürbar, wenn im gemeinsamen Spielen und Handeln die äußeren wie inneren Bewegungen jedes einzelnen von ihm gestaltet, zum Ausdruck gebracht werden.

Die Bibliodrama-Teilnehmer/innen bewegen sich im Raum, den der Text anbietet, der historische Zeitpunkt tritt in den Hintergrund. Der Text wird unter Berücksichtigung ästhetischer, ethischer und moralischer Dimensionen wahrgenommen, verkörpert und gedeutet. Das gemeinsame Spiel sensibilisiert jeden Teilnehmer gemäß seiner individuellen Situation, der eigenen Spiritualität und Biographie.

Jede/r Teilnehmer/in wird dabei durch die von ihr/ihm gewählten Rolle geschützt. Alle Gefühle, auch unbewusste und triebhafte Aspekte der Persönlichkeit, die häufiger im Alltagsleben keinen Ausdruck finden, können im Spiel umgesetzt werden ohne eine kontrollierende oder korrigierende Einflussnahme von außen.


Günter Romeik, der als Grafikdesigner arbeitet, hat die Zeichnungen freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Persönliche Einladung

Sie haben sich entweder für die berufsbegleitende Fortbildung zur Psychodrama-Assistentin oder zum Psychodrama-Assistenten entschieden und möchten Bibliodrama-Leiter/in werden.

Das PIB bietet Ihnen die Möglichkeit, für Ihren beruflichen Alltag, die ehrenamtliche Tätigkeit im kirchlichen Bereich oder die Arbeit im Bildungsbereich neue Zugangsformen zu biblischen Texten zu erlernen. Im Rahmen einer Zusatzausbildung können Sie die Qualifikation zu einem/r Bibliodrama-Leiter/in erwerben.

Hierbei begleitet werden Sie von:

 

Angelika Romeik

geboren 1939, Gemeindereferentin

Hauptamtliche und ehrenamtliche Arbeit in unterschiedlichen Kirchengemeinden und Bildungswerken seit vielen Jahren.

Die Arbeit erfolgt im Team oder auch als Leiterin.

Das Bibliodrama kommt der jeweiligen Gruppe entsprechend zur Anwendung.

"Biblische Geschichten, Mythen und Märchen sind mir mein Leben lang gute Begleiter gewesen. Diese Erfahrungen motivieren mich, Bibliodrama als Methode weiterzugeben."

Monika Stettner-Dominik

geboren 1953, Diplom-Pädagogin

Tätig in der Erziehungsarbeit im Vorschulbereich, Referentin für Erwachsenenbildung.

"Bibliodrama als gute Methode in der katechetischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Grundlage gewesen, mich damit systematisch zu befassen.

Dazu habe ich mich in meiner Ausbildung mit unterschiedlichen methodischen Zugängen in Theorie und Praxis auseinandergesetzt.

Meine Arbeit mit dem Bibliodrama orientiert sich am Humanistischen Psychodrama."









Bibliodrama-Leiter/in - Ausbildung im PIB

Im Psychotherapeutischen Institut Bergerhausen wird das Humanistische Psychodrama als Grundlage des Bibliodramas genutzt.

Um die Qualifikation eines/r Bibliodrama-Leiter/in zu erlangen, müssen folgende Veranstaltungen und Seminare besucht werden:

10 Wochenend-Seminare zu Theorie und Praxis des Bibliodramas (Pflicht)

Dabei werden folgende Inhalte thematisiert, aber nicht einzelnen Wochenenden zugeordnet, da stets ein Ineinandergreifen der einzelnen Aspekte stattfinden wird:

Themenfindung, Textsuche, -findung, Erwärmungsphasen im Bibliodrama, Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien, Körperarbeit, Raumerfahrung, -gestaltung, Aspekte des ökumenisch ausgerichteten Bibliodramas, Ko-Leitung, Gruppenstruktur, -prozess.

7 Wochenend-Seminare zum Humanistischen Psychodrama (Pflicht) - Arbeitsweisen im Humanistischen Psychodrama - Anleitung zu themenbezogenem Arbeiten

3 Tagestheorieseminare zum Bibliodrama (bei Bedarf)

- Einführung in die Bibel

  Die Bibel umfasst eine Sammlung von Schriften, die im jeweiligen gesellschaftlichen
  und politischen Kontext entstanden ist.

  Die Einführung in die Bibel dient dem Verständnis der Entstehungsgeschichte des
  1. Testaments, bekannt als Hebräische Bibel und des 2. Testaments, welches
  die Evangelien, die Apostelgeschichte, die Briefe sowie die Offenbarung beinhalten.

- Bibliodrama-Ansätze im Vergleich:

  Dem Vorstellen von seelsorglichem BD, textzentriertem BD, spielpädagogischem BD durch
  Kurzreferate folgt die ausführliche Darlegung des Bibliodramas, das das HPD als Grundlage nutzt.

- Unterschiedliche theologische Ansätze an der Bibel:

  historisch kritisch, theologisch-exegetisch, politisch-ethisch.

3 Tagestheorieseminare zum Humanistischen Psychodrama (bei Bedarf)

- Philosophische und psychologische Grundlagen des Humanistischen   Psychodramas

- Soziometrie und Gruppenprozesse- Rollentheorie und Gruppenleitungskompetenz

Peergroup-Treffen (Pflicht)

Bei diesen Übungseinheiten, die in regelmäßigen Zeitabständen stattfinden, liegt die Gestaltung des Treffens in der Zuständigkeit eines Teilnehmers oder einer Teilnehmerin, der/die an diesem Tag die Leitung übernimmt. Ein Ziel dabei ist: die Fähigkeit zu trainieren, sich zu der Bezugsgruppe, die gewöhnlich eine Beeinflussung ausübt, in Distanz zu begeben, ein anderes:
unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zu einem Text, zu einer Textaussage, verschiedene Methoden oder einzelne Gestaltungselemente auszuprobieren.

Supervision

In allen Supervisionsveranstaltungen findet eine besondere Form des Lernens statt. Eigene Erfahrungen mit Psychodrama/Bibliodrama werden eingebracht, reflektiert, bearbeitet. Durch diese ?Überprüfung" und folgende Hilfestellung im eigenen Praxisfeld kann sich die/der Einzelne nach und nach die Fähigkeit aneignen, sowohl eine Situation oder ein Verhalten realistisch einzuschätzen als auch die folgenden Auswirkungen im Voraus abzuschätzen.

2 Wochenend-Supervisions-Veranstaltungen in der Ausbildung zum HPD-Assistenten (Pflicht)

4 Wochenend-Supervisions-Veranstaltungen für Bibliodrama-Leiter/innen (Pflicht)

Möglichkeiten und Grenzen durch die Vorgabe von: Institution, Gruppe, Raum, Zeitpunkt/Zeitraum, Textstelle, Methodeneinsatz als auch durch das Team werden in dieser Fachberatung thematisiert. Ziel ist es, den eigenen Bibliodramansatz (Selbstverständnis, Schwerpunkt der Methoden, Zielsetzung) zu konturieren und dadurch die personale Kompetenz für den Einsatz von bibliodramatischen Arbeitsformen zu erwerben.

Sind Sie an dieser Fortbildung interessiert? Nutzen Sie unser