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Humanistisches Psychodrama

Übersicht zu den Fortbildungen

Das Psychodrama ist eine seit Jahrzehnten etablierte und erprobte Psychotherapieform, die in ihrer Arbeit gruppentherapeutische Ansätze, Rollenspielformen und therapeutisches Theater miteinander verbindet.

Jakob Levy Moreno (1889-1974), der Begründer des Psychodramas, vereinte im Psychodrama seine gruppentherapeutischen Erfahrungen, die er in vielfältiger Arbeit mit Problem- und Randgruppen gewonnen hatte, mit Formen des therapeutischen Theaters und Rollenspiels. Er versuchte in Theorie und Praxis aus diesen beiden unterschiedlichen Elementen eine konsistente Therapieform zu schaffen. Die nachfolgenden Generationen von Psychodrama-­Therapeuten haben Morenos Gedanken weiterentwickelt und das Psychodrama durch Anlehnungen an und Abgrenzungen zu anderen Therapieformen jeweils unterschiedlich akzentuiert.

Sie können nachfolgend einen Ausschnitt einer historischen Aufnahme mit Jakob Levy Moreno von 1948 sowie einen vollständigen Dokumentationsfilm aus dem Humanistischen Psychodrama von 1989 anschauen.

Das Psychotherapeutische Institut Bergerhausen unter der Leitung von Hans-Werner Gessmann setzt bei dem für Jakob Levy Moreno wichtigen Gedanken einer Integration von interaktioneller Wirklichkeit und biographisch bestimmter Autonomie des Einzelnen erneut an und betont in der therapeutischen Arbeit die Einheit beider Anteile.

Wenn von der interaktionellen Wirklichkeit des Einzelnen gesprochen wird, so soll damit der Versuch gemacht werden, jenes Phänomen zu verstehen, das die Sozialität zu einer wirklichen Gemeinsamkeit werden lässt, in der jeweils eine soziale Wirklichkeit geschaffen wird, die auch den Einzelnen in der Situation zutiefst bestimmt. Da das Individuum die situative Wirklichkeit mitgestaltet, wird es nicht zum bloßen fremdbestimmten Objekt. Die interaktionelle Wirklichkeit lässt sich als eine Funktion des Schaffensprozesses zu einer Gemeinsamkeit hin verstehen. Der Einzelne kann so aber niemals als reine, lediglich ihm zugehörige Indi­vidualität verstanden werden, sondern immer nur in der aktuellen, kreativen Gestaltung seiner individuellen Biographie auf eine soziale Situation hin.

Dabei hat die Sozialität nicht nur einen Materialwert, so dass der Einzelne sich in einem sozialen Kontext ausdrückt, sondern ist ein eigener aktiver Faktor, der gemeinsam mit den biographischen individuellen Anteilen die interaktionelle Wirklichkeit schafft. Diese Situation wird Ausdruckslage genannt. Auf ihr baut die Psychodrama-Therapie auf und ermöglicht eine therapeutisch geleitete Arbeit an der Ausdruckslage.

In diese Ausdruckslage, die sich jeweils einstellt, wenn Menschen zusammenkommen und die um so offener ist, je geringer der offizielle Anteil der Situation ist, gehen viele verschiedene Faktoren mit ein: gesellschaftliche und kulturelle Bedingungen der Situation, räumliche und zeitliche Gegebenheiten und vor allem die biographisch-individuellen Anteile der Beteiligten.

Jede interaktionelle Situation zeigt sich als eine Integration von sozialen und individuell-psychischen Anteilen. Es bildet sich eine Ausdruckslage, die je nach Art der in sie eingehenden Bedingungen und Faktoren mehr flexibel oder mehr verkrustet ist.

Das Psychodrama setzt an diesem Punkt eines jeweils aktiven und integrierenden Prozesses in der Begegnung von Menschen an. Durch die vielen gruppentherapeutischen Erfahrungen mit dem Psychodrama wurden Methoden entwickelt, die es möglich machen, eine Gruppenbildung zu unterstützen, in der eine offene Ausdruckslage entsteht, in die andere oder mehr biographische Anteile eingehen, als dies für jeden der Anwesenden in seiner normalen Lebenssituation möglich ist.

Gemeinsam mit dem Leiter schaffen die Gruppenmitglieder durch ihren Umgang miteinander eine Therapiesituation, in der dem Einzelnen ein erweiterter Erfahrungs- und Handlungsraum zur Verfügung gestellt wird. Darauf aufbauend werden die therapeutischen Formen des Theater- und Rollenspiels eingesetzt, um die in den Interaktionen aktuell gewordenen Erfahrungen, Erinnerungen oder Wünsche vertiefend zu gestalten und im Kontext der Biographie in der aktuel­len Ausdruckslage neu zu formen und zu erleben.

Das Humanistische Psychodrama ist damit in seiner Theorie und Praxis nur kurz angesprochen und in einigen wichtigen Gedanken skizziert worden. Es hat auf der Grundlage der Arbeiten Jakob Levy Morenos die Erfahrungen der neueren psychotherapeutischen Entwicklungen aufgenommen.

Zugleich bezieht sich das Humanistische Psychodrama auf die therapeutischen Erfahrungen der Humanistischen Psychologie, die dem Einzelnen auf der Grundlage gemeinsamer sozialer Erfahrungen, einen Handlungs- und Erfahrungsraum öffnen will, in dem er auf seine soziale Wirklichkeit hin sein seelisches und geistiges Potential entfalten kann. Das therapeutische Spiel in der Gruppe, die sich zu einer solchen erst gefunden hat, bietet die Möglichkeit, beide Gehalte in der Therapie wirklich werden zu lassen, so dass es für die Beteiligten zu einer heilenden und lösenden Erfahrung wird.

Das Humanistische Psychodrama ist als Therapieform in speziellen therapeutischen Gruppen einsetzbar, aber auch als Methode innerhalb von Lebensgruppen zu verwirklichen. So können psychodramatische Methoden in stationären Einrichtungen, in Heimen, therapeutischen Gemeinschaften und in speziellen ambulanten Patientengruppen genutzt werden. Bewährt hat sich das Humanistische Psychodrama auch innerhalb der Kinder-, Geronto- und Suchttherapie.

Neben diesen psychotherapeutischen Arbeitsfeldern hat es sich aber auch als begleitende Methode für die Selbsterfahrungsarbeit, die Supervision und als pädagogisches Instrument bewährt. Je nach Einsatzgebiet, zum Beispiel bei der Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung, hat das Psychodrama bestimmte Veränderungen erfahren, ohne sich dabei aber in seinen Grundgegebenheiten verändert zu haben.

Fortbildung Psychodrama-Assistent/in

Der Fortbildungsgang "Psychodrama-Assistent/in" führt in das Humanistische Psychodrama ein. In einer Selbsterfahrungsgruppe werden die Teilnehmer/innen mit dem Aufbau einer Psychodrama-Gruppe vertraut gemacht. In dieser Gruppe lernen sie, mit den spezifischen diagnostischen und therapeutischen Methoden des Psychodramas umzugehen. Sie werden befähigt im Kontext ihrer eigenen Sozialität und Biographie die Methoden des Psychodramas zu verwenden, die therapeutische Arbeit auf eine Gruppe und jedes ihrer Mitglieder auszurichten und dabei die Grenzen zu sehen, die ihnen in ihrem jeweiligen Kenntnisstand gesetzt sind.

Rückmeldungen von Fortbildungskandidaten: "Ich bin trotz der kurzen Zeit, aber der intensiven Erfahrungen, die ich mit Humanistischem Psychodrama machen durfte, sehr von dieser Therapieform überzeugt. Das ist natürlich auch der Qualität geschuldet und zu verdanken, die ich erlebe und die mir untrennbar mit der besonderen Art der Fortbildung im PIB verbunden zu sein scheint." P.R.

"Ein tolles Wochenende war es, intensiv und positiv, viel zum Nachdenken und -fühlen." A.F.


In der begleitenden, praktischen Arbeit und der sie reflektierenden Supervision sollen die Teilnehmer/innen ihre psychodramatischen Kenntnisse auf ihre Arbeitserfahrungen übertragen und innerhalb der Gruppe reflektieren.

Das Psychodrama ist als Therapie und Selbsterfahrungsmethode stets eng auf eine praktische Umsetzung bezogen, die bereits in der Fortbildung zum/zur Psychodrama-Assistenten/in erfolgt. Die Fortbildung findet in Selbsterfahrungsgruppen statt, in denen und mit denen die relevanten praktischen Kenntnisse gewonnen und vermittelt werden. Diese stark praktisch ausgerichtete Arbeit wird in Theorieseminaren begrifflich und systematisch reflektiert und in einem übergreifenden psychologischen Kontext dargestellt.

Fortbildungeziele

Der Fortbildungsgang soll im einzelnen dazu befähigen,

  • als Assistent/in eines Psychodrama-Therapeuten in therapeutischen Gruppen psychodramatisch arbeiten zu können,
  • Gruppen psychodramatisch zu leiten, die selbsterfahrungs- und/oder themenbezogen arbeiten,
  • konflikthafte Erlebnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen aus der eigenen Biographie und Sozialisation zu erarbeiten und eigene Sichtweisen gegebenenfalls zu verändern,
  • die diagnostischen und therapeutischen Methoden des Psychodramas zu beherrschen und in Gruppen anwenden zu können,
  • Problemstellungen psychodramatisch anzugehen, ihre Untersuchung zu planen und methodisch Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln,
  • für das Psychodrama relevante Kenntnisse in der psychologischen Diagnostik, der Gruppenentwicklung und der Persönlichkeitspsychologie zu beherrschen und in der psychodramatischen Praxis anzuwenden,
  • psychodramatische Begriffs-, Hypothesen- und Modellbildung unter Berücksichtigung fachspezifischer Methodenkritik kennenzulernen.

Fortbildungsvoraussetzungen

  1. Die Zulassung zur Fortbildung im Psychodrama setzt im allgemeinen eine Berufsausbildung, eine Berufstätigkeit oder ein Studium voraus, das sich inhaltlich auf Menschen bezieht. Das Berufsspektrum erstreckt sich von medizinischen, psychologischen, sozialen, schulpädagogischen und theologischen bis hin zu pflegerischen Berufen.

  2. Der/die Bewerber/in sollte über Erfahrungen in der psychodramatischen Gruppenarbeit oder in anderen therapeutischen Gruppen verfügen. (z.B. Teilnahme an Einführungs- oder Sonderseminaren des Psychotherapeutischen Instituts Bergerhausen).

  3. Die Motivation zu dieser Fortbildung ist besonders wichtig. Auf sie wird in der Auswahl der Bewerber/innen großen Wert gelegt, und sie ist in Grenz- oder Ausnahmefällen ausschlaggebend.

Bewerbung

Die Bewerbung zur Teilnahme an der Fortbildung muss schriftlich erfolgen. Senden Sie diese bitte an die Geschäftsstelle der PIB GmbH.

Als Bewerbungsunterlagen werden benötigt:

  • ein tabellarischer Lebenslauf,
  • ein Passbild,
  • Darlegung der Motivation zur Fortbildung in handschriftlicher Form,
  • Zeugniskopien der Schul- und Berufslaufbahn.

Der/die Bewerber/in wird zu einem Gespräch eingeladen. Die Zulassung zur Fortbildung erfolgt durch den Prüfungsausschuss des Instituts.

Der Schwerpunkt der Fortbildung im Humanistischen Psychodrama ist die Erlangung von Kompetenz im therapeutischen Handeln. Grundlagen sind psychodramatische Diagnostik und psychodramatische Methoden. Dementsprechend ist die Fortbildung im wesentlichen praktisch orientiert.

Sie erfolgt in einer Erfahrungsgruppe, in deren sozialer und psychisch aktueller Situation die Teilnehmer die wesentlichen therapeutischen Inhalte des Psychodramas erlernen. Dabei werden die Fortbildungsinhalte nie abstrakt vorgestellt, sondern stets in bezug auf die eigene Selbsterfahrung vermittelt.

Die Fortbildungsarbeit findet als konkrete therapeutische Arbeit statt, die zusätzlich in Reflexionsphasen systematisch erarbeitet wird und in Übungssequenzen wieder in die Realität der Selbsterfahrungsgruppe Eingang findet. Dabei wird darauf geachtet, dass die beruflichen und privaten Erfahrungen der Teilnehmer in den Fortbildungsgang integriert werden.

Jede psychodramatische Methode und jedes psychodramatische Handlungskonzept wird so in einer aktuellen Gruppensituation eingeübt, die den Einsatz solcher Konzepte oder Methoden nahelegt, so dass die Fortbildung immer praxisbezogen bleibt.

Um diesen Praxisbezug auch außerhalb der Fortbildungsgruppe zu gewährleisten, ist eine Supervisionsarbeit erforderlich, in der die Fortbildungskandidaten/innen zusätzliche Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrungen werden schriftlich dokumentiert und in der Supervisionsgruppe bearbeitet. Diese praktisch ausgerichtete und auf die Selbsterfahrung aufbauende Lehrmethode wird durch Theorieseminare ergänzt, in denen die wesentlichen Inhalte der Fortbildung theoretisch reflektiert und systematisch erarbeitet werden. Dabei wird nicht nur die Theorie des Humanistischen Psychodramas vorgestellt, sondern es werden auch Abgrenzungen von und Gemeinsamkeiten mit anderen Therapieformen dargestellt.

Die Lehrmethoden in der Fortbildung machen es nur schwer möglich, einen thematischen Fortbildungszyklus festzulegen, der für jede Unterrichtsstunde ein Thema vorgibt, weil sich die Inhalte der Fortbildung jeweils aus der aktuellen Situation der Gruppe entwickeln. Gleichwohl gibt es die Möglichkeit und Notwendigkeit den grundlegenden thematischen Verlauf der Fortbildung vorzuplanen.

Fortbildungsstruktur

Die Fortbildung umfasst einen Zeitraum von etwa 2 Jahren. In dieser Zeit setzen sich die Fortbildungskandidaten/innen mit dem Psychodrama persönlich auseinander, um die angestrebte Qualifikation zu erwerben. Innerhalb dieser 2 Jahre finden 13 Praxiswochenenden à 16 AE (jeweils Samstag und Sonntag), 2 Supervisions-Wochenenden à  16 AE (Samstag und Sonntag) und verschiedene Theorie-Tagesseminare à 8 AE (samstags) statt.

Um den Lernprozess der Gruppe und der einzelnen Teilnehmer/innen nicht zu unterbrechen, ist eine kontinuierliche Teilnahme an den Wochenenden erforderlich. Innerhalb der Fortbildung darf der/die Fortbildungskandidat/in an 2 Praxiswochenenden entschuldigt fehlen und diese Seminare an das Ende der Fortbildung verlegen. Weitere Fehlstunden sind kostenpflichtig.

Ein Fortbildungswochenende umfasst formal 16 Arbeitseinheiten zu 45 Minuten. In der praktischen Arbeit werden oft mehrere Einheiten zusammengefasst, so dass eine kontinuierliche Gruppenarbeit erfolgen kann.

mögliche Theorieseminar-Themen

  • Geschichte und Entwicklung der Gruppenpsychotherapie und des Psychodramas
  • Die strukturellen und methodischen Grundlagen des Humanistischen Psychodramas
  • Philosophische und psychologische Grundlagen des Psychodramas
  • Soziometrie und Gruppenprozesse
  • Interaktions- und Kommunikationskonzepte
  • Rollentheorien im Humanistischen Psychodrama

Abschluss der Fortbildung

Nach Abschluss der Gesamtfortbildung über 13 Praxiswochenenden und nach Vollendung der Supervisionsarbeit kann die Abschlussprüfung zum/zur Psychodrama-Assistenten/in abgelegt werden. Sie erfolgt praktisch in der Fortbildungsgruppe; die theoretische Prüfung wird als schriftliche Hausarbeit abgelegt. Über die Prüfungen wird ein Zeugnis, über den erfolgreichen Abschluss der Gesamtfortbildung eine Urkunde ausgestellt. (Weitere Ausführungen finden Sie in der Prüfungsordnung.)

 

Kosten und Beginn

Die Gesamtkosten für die Fortbildung zur/m Psychodrama-Assistenten/in betragen einschließlich der Supervisonsgebühren 3.300 €.

Beginntermine entnehmen Sie bitte den Terminen auf der Internetseite www.pib-zentrum.de und erfragen, ob zum gewünschten Termin ein Teilnehmerplatz frei ist. Eine frühzeitige Nachfrage empfiehlt sich.

Fortbildung Psychodrama-Therapeut/in

Die Fachfortbildung "Psychodrama-Therapeut/in" baut auf der Fortbildung Psychodrama-Assistent/in auf und setzt die erfolgreiche Teilnahme an dieser voraus.

Die Fortbildung setzt sich aus Erfahrungsgruppen, praxisbezogener Gruppenarbeit, Theorieseminaren, Selbststudium und Supervision zusammen.

Die wesentliche Unterrichtsmethode des Therapeuten-Fortbildungsganges ist die Selbsterfahrungsarbeit in einer Fortbildungsgruppe. Im Vergleich zur Assistenten-Fortbildung sind in der Therapeuten-Gruppe die reflektierenden und problemorientierten Übungsphasen wesentlich verstärkt.

Der/Die Psychodrama-Therapeut/in arbeitet heilkundlich als Psychotherapeut, wenn seine/ihre berufliche Ausbildung "Arzt"/"Ärztin" oder "Diplom-Psychologe"/"Diplom-Psychologin" mit Heilkundezulassung ist. Andere Berufsgruppen benötigen zur Ausübung der Heilkunde die entsprechenden gesetzlichen Genehmigungen.

Die Arbeit als Psychodrama-Therapeut/in verlangt sicheren Umgang mit eigenen Problemen, die Fähigkeit zu Übersicht und einfühlendem Umgang mit Gruppen und Klienten, ein sicheres Beherrschen der therapeutischen Methodik und eine gute Kenntnis der psychologischen und psychiatrischen Diagnostik und Psychopthologie.

Diesen Anforderungen entsprechend ist die Fortbildung aufgebaut. In ihrem Zentrum steht die Selbsterfahrungsarbeit, die durch reflektierende und problemorientierte Übungsphasen ergänzt wird. So finden Erfahrungen der einzelnen Teilnehmer/innen aus den verschiedenen Übungsphasen Eingang in die Selbsterfahrungsgruppe und werden therapeutisch bearbeitet.

Es werden zusätzlich Theorieseminare durchgeführt, in denen u.a. wichtige Grundkenntnisse  der Psychologie, Psychiatrie, Sozialmedizin und Psychotherapie vermittelt werden.

Fortbildungsziele

Der Fortbildungsgang soll im einzelnen dazu befähigen,

  • Erfahrungsgruppen in verschiedenen beruflichen Bereichen selbständig und eigenverantwortlich planen und leiten zu können,
  • Therapiearbeit mit Patientengruppen selbständig und eigenverantwortlich durchführen zu können,
  • durch Kenntnisse gruppendynamischer und psychodynamischer Prozesse ein angemessenes therapeutisches Leitungsverhalten in der Gruppe zu entwickeln,
  • über umfassende Kenntnisse der psychologischen und psychia­trischen Diagnostik zu verfügen.

Fortbildungsvoraussetzungen

Der/Die Fortbildungskandidat/in muss im Besitz der Psychodrama-Assistenten-Urkunde sein. Über die Zulassung zur Fortbildung entscheidet der Prüfungsausschuss. Der Antrag auf Zulassung zur Fortbildung erfolgt zunächst formlos unter Beifügung einer Kopie der Assistenten-Urkunde (auch anderer Psychodrama-Fortbildungsinstitute).

Fortbildungsstruktur

Die Fortbildungsdauer zum/zur Psychodrama-Therapeuten/in beträgt  4 Jahre. Die Fortbildung besteht, wie auch die Grundqualifikation Psychodrama-Assistent/in und die Fortbildung Psychodrama-Leiter, aus Praxisseminaren, Theorieseminaren und Supervisionsveranstaltungen.

Dies sind im einzelnen:

  • 25 Praxiswochenenden à 16 AE (Pflichtveranstaltungen)
  • 18 Theorie-Tagesseminare à 8 AE (freiwillige Teilnahme)
  • 8 Supervisions-Wochenden à 16 AE (Pflichtveranstaltungen)

Ein Praxiswochenende umfasst formal 16 Arbeitseinheiten zu je 45 Minuten (praktisch werden - um kontinuierlich arbeiten zu können - mehrere Arbeitseinheiten zu einer größeren Einheit zusammengefasst).

Innerhalb der Fortbildung darf der/die Fortbildungskandidat/in an vier Praxiswochenenden entschuldigt fehlen und diese Seminare an das Ende der Fortbildung verlegen. Weitere Fehlstunden sind kostenpflichtig.

Die Themen der Praxiswochenenden sind jeweils auf die Fortbildungsgruppe hin konzipiert. Sie beinhalten neben der kontinuierlichen Selbsterfahrungsarbeit stets ein methodisches Schwerpunktthema.

Nach Abschluss der Gesamtfortbildung über 25 Praxiswochenenden sowie nach Abschluss der Supervisionsarbeit kann die Abschlussprüfung zum/zur Psychodrama-Therapeuten/in abgelegt werden. Die Abschlussprüfung besteht aus einer vierstündigen praktischen Prüfung sowie einer eigenständig erarbeiteten schriftlichen Abschlussarbeit. Über die abgelegten Prüfungen wird ein Zeugnis, über den erfolgreichen Abschluss der Gesamtfortbildung eine Urkunde ausgestellt. (Weitere Ausführungen entnehmen Sie bitte der Prüfungsordnung.)

Kosten und Beginn

Die Gesamtkosten für die Fortbildung zur/m Psychodrma-Therapeutin/en betragen einschließlich der Supervisonsgebühren 7.300 €.

Beginntermine entnehmen Sie bitte den Terminen auf der Internetseite www.pib-zentrum.de und erfragen, ob zum gewünschten Termin ein Teilnehmerplatz frei ist. Eine frühzeitige Nachfrage empfiehlt sich.

Fortbildung Psychodrama-Leiter für Kinder und Jugendliche

Das Kinderpsychodrama wurde in Deutschland und der Schweiz erstmalig von der Moreno-Schülerin Ella Mae Sharon gemeinsam mit Hans-Werner Gessmann in den Jahren 1974 bis 1976 eingeführt. Nach einzelnen Seminaren an verschiedenen Psychodrama-Institutionen entstand ab 1977 eine reguläre Kinderpsychodrama-Fortbildung für Therapeuten im Psychotherapeutischen Institut Bergerhausen. Die Kinderpsychodrama-Ausbildungsarbeit wurde in den 80ger Jahren von den Gessmann-Schülerinnen Ingrid-Sevecke und Stefanie Unsin über mehr als ein Jahrzehnt weiterentwickelt und ist durch mehrere Film-Dokumentationen nachvollziehbar. Das Kinderpsychodrama hat heute in Europa eine Verbreitung gefunden.

Die Fortbildung "Psychodrama-Leiter/in für Kinder und Jugendliche" findet parallel zum Fortbildungsgang "Psychodrama-Assistent/in" statt oder baut auch auf diesem auf.

So wie Maurice Sendak mit seiner Bilderbuchgeschichte "Wo die wilden Kerle wohnen" das innere Erleben des Kindes uns Erwachsenen wieder nahe bringt, so wollen wir uns zu Beginn des Lehrgangs unserem eigenen erinnerten Kindsein wieder annähern.

 

Seminar 1-5

 

Erinnerung an die eigene Kindheit:

·        Wünsche

·        Träume

·        Spielerfahrungen

Erinnerung an die Familienkonstellation:

·        Familiendynamik

·        Konflikte in der Familie, anderen Gruppen

Seminar 6-7

 

Soziometrie und Gruppenprozesse

Seminar 8-11

 

Anwendung der psychodramatischen Methoden im Kinderpsychodrama:

*       Erwärmung, gruppenzentriertes Arbeiten

*       Besonderheiten der Szeneneinrichtung, des Sharings sowie Fragen des Settings

Seminar 12

 

Planung, Vorbereitung und Durchführung einer psychodramatischen Sequenz für eine Kindergruppe

Seminar 13

 

Selbstverständnis und Menschenbild des Leiters

Seminar 14

 

Elemente des Psychodramas als diagnostisches Medium zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten

Seminar 15

 

Elternarbeit

 

Fortbildungsziele

Der Fortbildungslehrgang soll im einzelnen dazu befähigen,

  • Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Berufsfeldern selbständig und eigenverantwortlich planen und leiten zu können,
  • Konflikte in der Gruppe mit Hilfe der psychodramatischen Methoden zu bearbeiten,
  • Gruppenleitungsverhalten zu reflektieren,
  • sich einfühlen zu können in die Erlebniswelt von Kindern und Jugendlichen,
  • eigene Stärken und Grenzen in der Erziehungsarbeit besser einschätzen zu können,
  • die eigene Kreativität, Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit weiter zu entwickeln, um sie an Kinder weiterzugeben,
  • sich ein Instrumentarium anzueignen, das befähigt, mit einem veränderten persönlichen und psychologisch methodischen Ansatz in Kindergruppen zu arbeiten,
  • grundlegende Theoriekenntnisse unterschiedlicher therapeutischer Verfahren zu erlangen.

Fortbildungsvoraussetzungen

Für die Teilnahme ist eine psychologische oder pädagogische Grundausbildung notwendig und eine laufende oder abgeschlossene Psychodrama-Assistenten-Fortbildung.

Je nach persönlicher Zielsetzung ist es auch möglich, sich für einzelne Seminare anzumelden und darüber eine Teilnahmebestätigung zu erhalten.

 

Fortbildungsstruktur

Die Fortbildungsdauer zum/zur Psychodrama-Leiter/in für Kinder und Jugendliche beträgt ungefähr drei Jahre.

Die Fortbildung besteht, wie auch die Grundqualifikation Psychodrama-Assistent/in, aus Praxisseminaren, Theorieseminaren und Supervisionsveranstaltungen. Dies sind im einzelnen:

  • 17 Praxiswochenenden à 16 AE
  • 12 Theorie-Tagesseminare à 8 AE
  • 5 Supervisions-Wochenenden à 16 AE

Theorieseminare

Seminar 1       Pädagogische Psychologie (8 AE)

Seminar 2       Entwicklungspsychologie (8 AE)

Seminar 3       Persönlichkeitspsychologie (8 AE)

Seminar 4       Methodenlehre (8 AE)

Seminar 5       Psychodiagnostik (8 AE)

Seminar 6       Gesprächspsychotherapie (8 AE)

Seminar 7       Verhaltenspsychotherapie (8 AE)

Seminar 8       Gestalttherapie (8 AE)

Seminar 9       Psychoanalyse (8 AE)

Seminar 10     Musiktherapie (8 AE)

Seminar 11     Familien- und Systemtherapie (8 AE)

Seminar 12     Tanztherapie (8 AE)

Alternativ zur Teilnahme an den zuvor genannten Veranstaltungen können vier der Theorieseminare durch schriftliche Referate zum entsprechenden Thema ersetzt werden. Der Mindestumfang eines Referates beträgt 8 DIN A4 Schreibmaschinenseiten.

Abschluss der Fortbildung

Nach Abschluss der Gesamtfortbildung über 17 Praxiswochenenden und 12 Theorieseminaren und nach Beendigung der Supervisionsarbeit kann die Abschlussprüfung zum/zur Psychodrama-Leiter/in für Kinder und Jugendliche abgelegt werden. Die Fortbildung Psychodrama-Assistent/in muss vor Prüfungsbeginn beendet sein. Die Abschlussprüfung zum/zur Psychodrama-Leiter/in für Kinder und Jugendliche besteht aus einer vierstündigen praktischen Prüfung sowie einer eigenständig erarbeiteten schriftlichen Abschlussarbeit. Über die Prüfungen wird ein Zeugnis, über den erfolgreichen Abschluss der Gesamtfortbildung eine Urkunde ausgestellt. (Weitere Ausführungen entnehmen Sie bitte der Prüfungsordnung.)

Kosten und Beginn

Die Gesamtkosten für die Fortbildung zur/m Fortbildung Psychodrama-Leiter für Kinder und Jugendliche betragen einschließlich der Supervisonsgebühren 4.800 €.

Beginntermine entnehmen Sie bitte den Terminen auf der Internetseite www.pib-zentrum.de und erfragen, ob zum gewünschten Termin ein Teilnehmerplatz frei ist. Eine frühzeitige Nachfrage empfiehlt sich.

Supervision in der Psychodrama-Fortbildung

Das Erlernen psychodramatischer Methoden ist eng verbunden mit der Möglichkeit, eigene Erfahrungen in der Anwendung dieser Methoden zu machen. Diese Erfahrungen werden in die Supervisionssitzungen eingebracht.

Die Supervision ist eine besondere Form des Lernens in der Psychodrama-Fortbildung. Die Grundlage dieses Lernprozesses ist das Handeln und Empfinden des Supervisanden/der Supervisandin in bezug auf seine/ihre Rolle in einer Gruppe als Therapeut/in, Co-Therapeut/in, Doppel oder Hilfs-Ich.

Zu den Zielen der Supervision gehört die Entwicklung einer realistischen Einschätzung des eigenen Verhaltens in der Gruppe, der Motivationen und Auswirkungen.

Die Supervisorinnen und Supervisoren arbeiten psychodramaorientiert; Methoden des Psychodramas kommen in modifizierter Form zur Anwendung.

Für die Zulassung zur Abschlussprüfung im Fortbildungsgang Psychodrama-Assistent/in werden 40 Supervisionseinheiten benötigt, für die Zulassung zur Abschlussprüfung im Fortbildungsgang Psychodrama-Leiter/in werden weitere 90 Supervisionsstunden, im Fortbildungsgang Psychodrama-Therapeut/in weitere 160 Supervisionsstunden und im Fortbildungsgang Psychodrama-Leiter für Kinder und Jugendliche weitere 90 Supervisionsstunden benötigt.

Rückmeldung eines Fortbildungskandidaten: "Die Supervision war echt klasse und lehrreich !!". O. S.

 

 

Verwaltung und Organisation

Anmeldung

  • Nachweis über Berufs- und/oder Hochschulabschluss
  • Lebenslauf
  • 1 Lichtbild
  • Motivation für die Fortbildung
  • Darstellung über die bisherigen therapeutischen Erfahrungen

Es wird ein Fortbildungsvertrag abgeschlossen mit der

PIB Fortbildungs-, Diagnose- und Therapiezentrum GmbH

Rheinstraße 24

47198 Duisburg

Telefon 02066/469 500

Telefax 02066/469 502

Email info@pib-zentrum.de

oder auf http://ausbildung.pib-zentrum.de