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Empirische Untersuchung der therapeutischen Wirksamkeit der Doppelmethode im Humanistischen Psychodrama

Hans-Werner Gessmann

 

Einleitung

Diese Arbeit entstand durch Mitwirkung vieler Psychodramatiker. Besonders zu danken habe ich für ihren Einsatz: Carsten Erkelenz, Duisburg; Dieter Fiebig, Essen; Regine Müller-Peddinghaus, Nettetal und Gaby Neuse, Köln.

Das Doppeln ist eine zentrale Methode des Psychodramas. Als solche ist sie anerkannt, hat aber in der fachwissenschaftlichen Literatur bislang wenig Beachtung gefunden. So widmen sich Zerka Toeman Moreno (1946, 1948) und Hilarion Petzold (1979) zwar ausführlich dem Thema, räumen dem Doppeln im Psychodrama aber nur den Stellenwert einer Methode ein, die im Psychodrama eingesetzt wird, um Bestimmtes zu erreichen. Erst Rüdiger Müngersdorff (1987) lässt das Doppeln als von der Struktur der gesamten Therapieform determiniert gelten, in dem er aus dem Humanistischen Psychodrama dokumentierte Doppelprozesse analysiert.

Zielsetzung

Es soll hier der Versuch gemacht werden, von den Aufsätzen Zerka Toeman Morenos und Hilarion Petzolds ausgehend zu einer systematischen Beobachtung der Doppelmethode an ihrem Ort, in der Psychodrama-Sitzung, zu kommen, die das Doppel als Methode des Psychodramas und nicht nur in ihm beschreibt. Dabei soll geklärt werden, ob bei der spezifischen Art der Doppelmethode im Humanistischen Psychodrama systematisch abgrenzbare Typen auftreten und wenn ja, durch welche Eigenschaften diese gekennzeichnet sind. Haben diese dann bestimmte Wirkungen? Und wie werden sie vom Protagonisten, vom Doppel und von der Gruppe wahrgenommen?

Literatur, Darstellung, Kritik

Die Doppelmethode geht im Klassischen Psychodrama in einem wesentlichen Aspekt über die anderen Hilfs-Ich-Methoden hinaus. Der Doppelgänger übernimmt nicht die Rolle des Protagonisten, sondern gestaltet sie derart, dass sie ihm in Denken, Handeln und Empfinden entspricht. "Beim Versuch, einen anderen zu doppeln, wird das Doppel tatsächlich zu diesem anderen." (14, S. 111)

"Doppeln heißt, dass ein anderer Mensch, ein so genanntes Hilfs-Ich als Doppelgänger - im allgemeinen der Psychodramatherapeut oder Ko-Therapeut - hinter dem Hauptdarsteller, der im Psychodrama Protagonist genannt wird, dessen Körperhaltung oder Gangart einnimmt, sich in den Protagonisten hineinversetzt und dessen Gefühle ausspricht. Von seiner eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und psychologischen Vorstellungen Abstand nehmend, überlässt sich der Doppelgänger wie die instinktsichere Mutter seiner Einfühlung in den Protagonisten und dessen Lage. Er sagt, was der Protagonist in der betreffenden Situation nicht auszusprechen vermag, bzw. nicht auszusprechen wagt, und wird vom Protagonisten ebenso wenig als Du empfunden wie die Mutter vom Neugeborenen." ... "Jede Bemerkung des Doppelgängers, die der Erlebniswelt des Protagonisten entspricht, und die der Doppelgänger besser auszudrücken vermag als der Protagonist, wird von letzterem als eigene innere Stimme, bzw. ähnlich den Hilfeleistungen der Mutter als Extension seiner selbst erlebt. Unzutreffende Bemerkungen werden als 'Fremdkörper' in der eigenen Erlebniswelt empfunden und 'reflexartig' durch Verneinen aus ihr eliminiert." (9, S. 46)

Dies alles kann erst durch die Voraussetzung gewährleistet werden, dass eine "unity" zwischen Doppelgänger und Protagonist möglich ist. "Schließlich - und meist von größter Wichtigkeit - wird das, was beim alter ego als eine Fertigkeit, eine Intervention begann, genuine Liebe, es wird Identität." (1, S. 320) Diese Einheit, die sich im Spielverlauf einstellt, ist die Grundlage und entscheidendes Merkmal der Doppelsituation. Jakob Levy Moreno hat hierzu in seiner frühen begegnungsmytischen Lyrik und später in seinen Ideen zur Telebeziehung weit reichende Anregungen geliefert. "Tele wurde als ein elementares Verhältnis definiert, das sowohl zwischen Individuen, als auch zwischen Individuen und Gegenständen bestehen kann und im Menschen von der Geburt an allmählich einen Sinn für zwischenmenschliche Beziehungen entwickelt. Tele kann daher als die Grundlage aller gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen und in allen wirksamen Methoden der Psychotherapie als das Hauptelement angesehen werden. Es beruht auf dem Gefühl und der Erkenntnis für die wirkliche Situation der anderen Person." (6, S. 29)

Zerka Toeman Moreno nahm diese Anregung, um weitere Ausarbeitung bemüht, auf. Die sich hieraus ergebende Aufgabe bestand aus zwei Themenkreisen:

  1. Begründung der Basis und Möglichkeit einer Einheit zwischen Doppelgänger und Protagonist und
  2. Aufdeckung der Funktion des Doppels und seines Beitrages zur Wirkung des Psychodramas.

 

Zerka Toeman Moreno

Z. T. Moreno kann sich in ihren Überlegungen zur Doppeltechnik auf weitreichende Erfahrungen berufen. Das Wesentliche der Struktur der Doppelsituation sieht sie - wie J. L. Moreno - in der Erfahrung einer Identität, die nicht nur Identifikation ist. Dem "Doppelgänger" muss es dabei gelingen, den inneren Doppelgänger des Ichs, der eine nur interpsychische Realität hat, in seiner seelischen Wirklichkeit so im Raum zu repräsentieren, dass er als Doppelgänger auch anerkannt wird. Der interkommunikative Prozess, der hierzu notwendig ist, beruht auf einer vertieften Gegenseitigkeit und Gemeinsamkeit, auf die bereits J. L. Moreno in seinem Telekonzept verweist. Sowohl Doppelgänger als auch Protagonist müssen sich aktiv in die gemeinsame Arbeit am Prozess des Verstehens einbringen, um die "unity" zu erreichen. Z. T. Moreno dagegen betont mehr die eigenständige Leistung des Doppelgängers, so dass die Bezugnahme auf das Telekonzept für sie besonders zwei Funktionen erfüllt:

  1. Das Tele-Konzept kann als Erklärung dienen für die partielle Identität, die darin besteht, dass sich das Hilfs-Ich in das Denken und Fühlen des Protagonisten einlebt.
  2. Der Rückgriff auf das Tele-Konzept kann die Missachtung der Übertragungs- und Gegenübertragungsproblematik rechtfertigen.

In der von ihr unternommenen Vereinseitigung verwendet sie das Konzept dahingehend, dass sie ihre instrumental ausgerichtete Theorie der Doppelgänger als eine Form der Therapeutenrolle, als Identifikationsfigur für den Protagonisten beschreibt. "Es ist seines (des Doppels ) Aufgabe, den Spieler anzustacheln, zu tieferen Ausdruckschichten zu gelangen, indem das Äußere, sozial sichtbare Ich des Spielers abgeschält wird und die Erfahrungen und Vorstellungen erreicht werden, die eine Person dann enthüllt, wenn sie mit sich selbst allein in der Abgeschlossenheit ihres eigenen Zimmers spricht. Die Aufgabe des Hilfs-Ich wird es dann, kurze kaleidoskopische Aspekte, 'andere Teile' des 'Ich' des Spielers hervorzubringen ... . Wenn diese Beziehung einmal da ist, kann das Hilfs-Ich anfangen, in Handlung und Körperausdruck abzuweichen und den Protagonisten auf andere Spuren oder eine Reihe von Spuren zu bringen." (5, S. 180) Auch Schützenberger-Ancelin schließt sich dieser frühen Meinung Morenos an: "Das Doppel hat die Aufgabe, dem Protagonisten die unbewussten Gefühle wachzurufen und in sein Bewusstsein zu heben, dem Psychodramaleiter zu helfen, den Protagonisten, falls erforderlich, in eine bestimmte Richtung zu leiten, die ihm nützlich erscheint." (8, S. 87) Durch das Abrücken vom funktionalen hin zum instrumentalen Ansatz entsteht jedoch die Notwendigkeit, die Identitätserfahrung des Protagonisten anders als durch das Telekonzept zu erklären.

Der Protagonist erlebt eine Reevokation des frühkindlichen Zustandes, die in Jakob Levy Morenos entwicklungspsychologischem Konzept als Regression auf den Zustand des Erlebens der "Matrix der All-Identität" beschrieben wird. "Alle Bewegungen, Erfahrungen, Handlungen und Zwischenhandlungen, welche Mutter und Kind verbinden, können mit dem Phänomen des Doppelgängers verglichen werden. Für das Kind ist alles, was die Mutter tut, ein unbewusster Teil seines Ichs, in einem weit geringeren Grade ist für die Mutter alles, was das Kind tut, ein unbewusster Teil ihres Ichs; die Mutter ist ein Hilfs-Ich des Kindes, sie ist ein spezieller Fall seines unbewussten Lebens. Man könnte sagen, dass im Verhältnis zwischen Mutter und Kind die Natur das Experiment des Doppelgängers wiederholt." (6, S. 86) Durch diesen Ansatz kann jedoch allein die Identitätserfahrung des Protagonisten begründet werden. Dem Doppelgänger kommt dabei eine therapeutische Rolle zu, während die gruppentherapeutische Dimension der Technik ausgeschlossen bleibt.

Zerka Toeman Moreno nimmt ihr theoretisches Fundament auch in die Bestimmung der Wirkungsweise des Doppelgängers auf, wobei der Doppelgänger zweierlei erreichen muss: Akzeptanz und Adäquatheit. Der Doppelgänger hat dabei eine zielgerichtete Funktion: Er soll die Erwärmung des Protagonisten fördern, auftretende Widerstände durchbrechen, seine bewusst oder nicht bewusst realisierten Erfahrungen aufdecken und sichtbar machen. Außerdem soll dem Protagonisten Vertrauen in sich selbst vermittelt werden.

Dem Doppelgänger fällt so die Aufgabe zu, den Protagonisten auf eine Katharsis hinzulenken in einem Spiel, das zwei Phasen durchläuft. Schon in der Erwärmungsphase wird die sich entwickelnde Beziehung instrumentalisiert. Die Widerstandsverminderung soll durch das sich bildende Vertrauen des Protagonisten zum Doppelgänger und die im Doppelprozess gewonnenen Kenntnisse über den Protagonisten erreicht werden. Schon allein dies führt zu einer Vertiefung des Spiels, bei der in der zweiten Phase der Doppelgänger den Protagonisten auf eine Katharsis - weiter das Spiel leitend - hinführt. Dem Doppelgänger kommt dabei eine unterstützende, vertiefende Funktion und eine stellvertretende Funktion zu.

Bei Zerka Morenos Instrumentalisierung der Technik hat der Doppelgänger so eine deutlich direktive Form, indem es folgende Aufgaben übernimmt:

  1. Der Doppelgänger vermindert den Widerstand beim Protagonisten, indem er ihn daran hindert, aus der Situation auszusteigen und indem er für den Protagonisten Inhalte ausdrückt, die der Protagonist selbst nicht äußern kann.
  2. Der Doppelgänger führt den Protagonisten zu seinen tieferen Ausdrucks- und Erlebnisebenen, indem er sie ausdrückt, bevor der Protagonist selbst dazu Gelegenheit hatte und den Protagonisten so sich selbst vermittelt, oder durch aggressive, leitende Techniken zu einer Gestaltung dieser Erlebnisschichten veranlasst.
  3. Der Doppelgänger eröffnet dem Protagonisten andere Formen des Ausdrucks und des Erlebens, er führt ihn auf andere Wege oder eröffnet ihm andere Dimensionen seiner selbst.
  4. Der Doppelgänger leitet mit allen Handlungen den Protagonisten auf die Katharsis zu, je nach Spielverlauf intensiviert er das Spiel oder wirkt einer "Überhitzung" entgegen.
  5. Der Doppelgänger stützt den Protagonisten durch die entstandene Vertrauensbildung, gibt ihm das Gefühl verstanden zu werden und erhält den Gruppenrealitätsbezug aufrecht.

 

Aus der Instrumentalisierung in Zerka Morenos Verständnis der Doppeltechnik ergeben sich Probleme, von denen einige hier genannt werden sollen:

  • Zerka Toeman Morenos instrumentaler Ansatz greift zu kurz, da er die Wechselwirkungen und das Umfeld der einzelnen Techniken nicht beachtet.
  • Ihre enge Festsetzung des instrumentalen Ansatzes führt auch bei den Doppelwirkungen zu einem äußerst instrumentalisierten Charakter, so dass die sozialpsychologische Dimension ganz außer Acht gerät.
  • Der Doppelgänger ist nicht mehr integraler Bestandteil des Psychodramas, sondern erlaubt durch seine Instrumentalisierung dem Leiter Einfluss auf das Spiel zu nehmen.
  • Grundlage und Struktur des Doppelgängers werden so von seiner wirkungsorientierten Anwendung getrennt.
  • Das von ihr ohne weitere Begründung übernommene Tele-Konzept ist wesentlicher Bestandteil des ganzes Ansatzes, da es die Möglichkeit einer realitätsgemäßen Kenntnis, die der Doppelgänger über den Protagonisten gewinnen soll, begründet. Die Vernachlässigung der Gemeinsamkeit jedoch reduziert den angenommenen Tele-Prozess auf eine maßgeblich vom Doppel geleistete Einfühlung, die nicht einer gemeinsamen Objektivierungsarbeit entspricht, wodurch die Verwendung des Tele-Konzepts ihre Berechtigung und Erklärungsmöglichkeit verliert.
  • Die Verwendung der "Matrix der All-Identität" als Reaktivierung einer frühkindlichen Mutter-Kind-Erlebnisstruktur begründet bei Zerka Moreno das Vertrauensverhältnis zwischen Doppelgänger und Protagonist. Das Verhältnis dieser regredierten Form sozialen Erlebens zu der im Tele-Konzept angelegten reifen Form des Sozialkontaktes bleibt jedoch wie auch die Wirkungen innerhalb des Doppelprozesses ungeklärt, so dass der Widerspruch nicht überwunden wird.
  • Zerka Moreno vernachlässigt den sozialen Aspekt der Doppeltechnik, wiewohl er auch nach ihrer Meinung grundlegender Bestandteil ist. Der Widerspruch zwischen dem Doppelgänger als Bestandteil der Psyche des Protagonisten und als vom dramatischen und sozialen Geschehen abgehobene funktionalisierte Position bleibt bestehen.

Ohne Zerka Toeman Morenos Bedeutung für eine Theorie der Doppeltechnik in Zweifel zu ziehen, kann festgehalten werden, dass ihr eine klärende Grundlegung des Doppelprozesses - vor allem in seiner sozialen und gruppentherapeutischen Dimension - nicht gelungen ist.

 

Hilarion Petzold

Im Gegensatz zu Zerka Toeman Moreno lehnt Hilarion Petzold die instrumentale Betrachtungsweise ab und ist bemüht, die Analyse des Doppels unabhängig von der Wirkungsstruktur der gesamten Therapie Psychodrama durchzuführen. Die Wirkung des Doppelns soll so direkt aus den sozialpsychologischen und entwicklungspsychologischen Überlegungen J. L. Morenos abgeleitet werden.

Petzold bemerkt, dass die Doppeltechnik in der klassischen, von Moreno intendierten Form dem so genannten "telischen Doppel" entspricht ("Kerntechnik des Psychodramas der Moreno-Schule"(2)). Hierbei wird in Folge des wechselseitigen Einfühlungsprozesses (Prozess der Empathie - "Retropathie") ein Zustand der Identität vom Hilfs-Ich des Klienten erreicht, in dem sich das Hilfs-Ich vom Instrument des Psychodramaleiters bzw. dem Hilfs-Ich des Klienten zum "wahrhaften Doppel-Ich" des Klienten entwickelt. Moreno knüpft bei der Konzeption des telischen Doppels an frühere Arbeiten (1953) zu den Themen der Einfühlung, Übertragung und des Teles ("Tele-Theorem", Moreno, 1934, 1959b) und der kindlichen Entwicklung (1944) an, um den nötigen theoretischen Unterbau zu schaffen. Neben dem Tele-Theorem, der Annahme, dass in gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen eine wechselseitige Einfühlung (auch "Zweifühlung") existiert, stellt Morenos Vorstellung von der kindlichen Entwicklung, als einem Prozess der Ausdifferenzierung der "Matrix der All-Identität", einen wesentlichen Aspekt dar. Demnach ist die kindliche Entwicklung als ein Prozess zu betrachten, in dessen Verlauf das Kind die zuallererst erlebte All-Identität - die totale Verbundenheit mit seiner Umwelt bzw. Mutter in die Wahrnehmung seiner selbst und seiner Mutter als eigenständige Subjekte ausdifferenziert, um schließlich einen Tausch der Identität zu vollziehen. Hierbei wird die kindliche Entwicklung als Sozialisationsprozess gekennzeichnet, bei dem Rollen entstehen und übernommen werden, um schließlich gespielt zu werden.

Eine weitere Fundierung erfährt diese Doppeltechnik durch das Theorem des "counconsciousness" (1954, S. 198) das dem "co-consciousness"(1961a) in einer bewusst erlebten Tele-Beziehung entspricht. Darunter lassen sich all die unbewussten Zustände zweier oder mehrerer Individuen verstehen, die sie miteinander teilen, weil sie gemeinsamen Erlebnissen entstammen; sie bilden die sogenannte "Interpsyche", die eine "nahtlose, dichte Interaktion zwischen Patient und Doppel" (4) gewährleistet. Diese Annahme eines "co-unconsciousness" bzw. "co-consciousness" dient als Erklärungsmodell der telischen Wechselbeziehung zwischen Klient und Doppel-Ich, da Moreno solche gemeinsamen Bewusstseinszustände nicht nur in jeder engeren Beziehung oder Gemeinschaft annimmt, sondern auch zwischen dem Klienten und dem Hilfs-Ich unter der Voraussetzung, dass diese sich kennen.

Im Psychodrama soll dementsprechend mittels der Technik des telischen Doppels der o. g. Sozialisationsprozess wiederholt werden, indem zwischen Hilfs-Ich und Klient die Matrix der All-Identität der Kindheit ausgebildet wird, wobei Hilfs-Ich und Klient "verschmelzen" und der Prozess der Differenzierung aufgehoben wird.

Dieser Vorgang stellt - so Petzold - eine Regression auf eine frühere Entwicklungsstufe dar, auf der sich der Klient als "heil" und "noch nicht durch Traumatisierungen zersplittert" empfinden kann. Aus diesem Zustand heraus wird dem Klienten dann ein erneutes Durchlaufen seiner Entwicklung ermöglicht, das ihm die Chance einer erneuten und besseren Identitätsbildung bietet. Petzold betont, dass das Psychodrama somit zu einer Art nachträglichem oder wiederholtem "Sozialisationsprozess" wird (Moreno, 1952, S. 244).

Bei dieser Auffassung der Doppeltechnik ist die weitreichendere Bedeutung des Doppels hervorzuheben: Das Doppel ist nicht mehr bloß Hilfs-Ich, bloß Instrument des Psychodramaleiters, es wird im Telegeschehen zum wahren Doppel des Klienten.

Neben dem mittels der Doppeltechnik provozierten kathartischen Erleben stellt die Erfahrung eines wahren Doppels eine der wesentlichen heilenden Prozesse der Doppeltechnik dar; nach Z. Moreno ist die Doppelerfahrung "vielleicht die Basis für das, was die Psychoanalytiker "Identifikation" genannt haben". (10)

Gegenüber dieser nicht-direktiven Doppeltechnik sind die direktiven Techniken abzugrenzen. Sie stellen ein "objektives Instrument in den Händen des Psychodramaleiters und keine subjektive Größe" (Z. Moreno, 1978, S. 165) dar und schließen auch dem Klienten fremde Reaktionen (z. B. gegen ihn gerichtete Reaktionen des Hilfs-Ich im Sinne einer "Selbstkonfrontation") mit ein.

Allgemein sind dem Hilfs-Ich in seiner Funktion als Doppel die Funktionen der Objektivierung der innerpersönlichen Vorgänge, der Einsichtsvermittlung gegenüber dem Klienten, der "Katalyse" zur größeren Integration verschiedener Anteile des Klienten und des Realitätsbezuges zuzuschreiben. Als wesentlichste Aspekte mögen dabei die Objektivierung/Externalisierung innerer Zustände des Klienten und die Wahrung des Bezuges zur Realität (stützende Wirkung) hervorgehoben sein (Z. Moreno in Petzold, 1977a, S. 283 ff.).

Im Gegensatz zum telischen Doppeln erscheint die Gefahr der Beeinflussung des Klienten durch das Hilfs-Ich bei den direktiven Doppeltechniken, wie dem "überleitenden -", "provokativen-" oder "suggestiven Doppel" am größten. Petzold macht an dieser Stelle auf die psychoanalytischen Konzepte der Übertragung und Gegenübertragung und auf das gestalttherapeutische Konzept der Konfluenz aufmerksam, die die direktiven Doppeltechniken vor allem bei ich-schwachen Klienten oder Klienten mit einer so genannten Konfluenz-Neurose als kontraindiziert erscheinen lassen mögen. Hierbei mag das Doppel den Prozess des Klienten nämlich durch seine Projektionen stören bzw. in der Gefahr stehen, sich "im Geflecht von Übertragung und Gegenübertragung zu verstricken", und das Spiel des Klienten zu seinem eigenen Spiel zu machen. Gerade bei o. g. Klientengruppen sei diese Gefahr zu beachten, da sie weniger in der Lage seien, sich abzugrenzen und nicht zutreffende Doppelinterventionen zurückzuweisen. Aus diesem Grund betont Petzold die Wichtigkeit der ständigen Kontrolle der Aktionen des Hilfs-Ich durch den Psychodramaleiter, der zu diesem Zweck unbedingt aus dem Spiel und in seiner Beobachterrolle bleiben muß. Die angesprochene Gefahr erscheint durch nicht-professionelle Hilfs-Iche potenziert, woraus Petzold den Schluss zieht, dass man generell keine Klienten damit betreuen sollte, vielmehr sollen die therapeutisch-direktiven Formen der Doppeltechnik "nur durch ein geschultes Hilfs-Ich zum Einsatz kommen". Bei dem telischen Doppeln sei dieses Problem, laut Petzold, weniger ausgeprägt, da sich das Hilfs-Ich hierbei ständig auf der empathischen Ebene, also an der "Erlebnisrealität des Patienten" (7) orientiere.

Die Formen des direktiven Doppelns führt Petzold vor allem auf Zerka Morenos Ausarbeitung zurück. Ihrer Auffassung entsprechend sei das Hilfs-Ich in seiner Funktion als Doppel ein Instrument in den Händen des Psychodramaleiters, das entsprechend dessen Anweisungen agiere. Das Doppel werde hierbei in erster Linie dazu verwandt, die Widerstände des Klienten zu brechen und dessen "innere Ebenen des Erlebens" zum Vorschein zu bringen. Ein vorrangiges Ziel sei dabei die kathartische Abreaktion. Zu diesem Zweck werde der Klient geradezu manipuliert, was zunächst einen eindeutigen Bruch mit dem Konzept der telischen Wechselbeziehung darstelle. Diesen Widerspruch versuche Moreno dadurch zu beseitigen, dass er die Ursache für das Nichtentstehen der telischen Beziehung, die "mit der Wiederherstellung der Matrix der All-Identität die Wachstumsprozesse von Identität und Differenzierung" ermöglichen soll, beim Klienten annähme. Demnach würde der Klient selbst die eigenen Wachstumsprozesse verhindern, was ein derartiges Vorgehen rechtfertigen bzw. plausibel machen soll. Petzold versteht jedoch dieses Vorgehen als eindeutigen und unüberwindbaren Bruch mit der ursprünglichen Morenoschen existenzialistischen Theorie und Praxis.

 

Rüdiger Müngersdorff

In der Erwärmungsphase und während des Einleitungsinterviews erschließt sich der Protagonist seine ihn betreffende Thematik. Der Protagonist gestaltet sein Erleben in Szenen, wobei der Status erarbeitet werden soll, den eine ehemalige Erlebensrealität im Hier und Jetzt hat. In der ständig vollzogenen Selbstexploration soll durch die Wahl eines exemplarischen Zusammenhangs die Repräsentation und Vergegenwärtigung der Ich-Identität erreicht werden. Ziel der Darstellung ist dabei nicht bloß eine Ausbreitung der Selbstvergewisserung in Handeln und Spiel, sondern eine Vertiefung der Sicht des Protagonisten auf sich selbst, eine Einsicht in die Struktur seines Lebens.

Jakob Levy Moreno hat den Übergang, der hier stattfinden soll, als Wechsel von der äußeren sozialen Schale zur Tiefenstruktur bezeichnet. Diese erste Wendung im Spiel bedeutet, dass sich der Protagonist nicht mehr im Rahmen eines durch Konstruktion und Rezeption gebildeten Erwartungshorizontes sieht, sondern er entdeckt sich selbst. Durch das Doppel kann dieses fortschreitende Entdecken auf der Bühne im Selbstgespräch dargestellt werden, die Tiefenstruktur so durch Ausdruck und Darstellung auch dem Zuschauer erkennbar gemacht werden. Gefühle, Gedanken, Empfindungen werden so von äußerlichen Bestimmungen befreit und unvermittelt erlebbar. Der Protagonist bleibt dabei im Humanistischen Psychodrama sein eigener Regisseur, dem Leiter und dem Hilfs-Ich kommt beim Doppeln eine vermittelnde, unterstützende, helfende Funktion zu. Dem direktiven Doppeln sind enge Grenzen gesetzt: Der Protagonist gewinnt durch eigenes Handeln Einsicht in die Tiefenstruktur seines Verhaltens, durch Vermittlung im Spiel selbst. Durch die im Bühnenspiel erreichte Veräußerung innerpsychischer Phänomene räumt sich der Protagonist die Möglichkeit des Abrückens, der Distanzierung ein. Er gewinnt gleichsam eine gewisse Befreiung von der ihn bestimmenden Struktur, gewinnt Handlungs- und Gestaltungsspielräume, die nicht durch lebensgeschichtlich bestimmte Struktur verschlossen oder determiniert sind. Das Postulat des gesunden, individualentfaltungsmächtigen Menschen begründet somit die dramatische Behandlung. Durch den Antagonismus von Thema und Gegenthema, gezwungener Deformation und freier Selbstbestimmung erspielt sich der Protagonist mit Hilfe der Gruppe die Möglichkeit künftiger Entfaltung.

Da der Protagonist nicht zugleich sein Thema und Gegenthema darstellen kann, kommt dem Doppel der Ausdruck und die Repräsentation des jeweils anderen zu, womit es damit in den Wechseln des Spielverlaufs eine entscheidene Bedeutung erlangt und für die Erweiterung des Spielraums sorgt. In einer Peripetie, einem erneuten Ansatz, den in den Szenen erspielten Konflikt zu erfahren, kommt die gestaltende Arbeit des Protagonisten in eine neue Phase, wobei weder ausschließliche Einsicht noch Katharsis als Ziel des Wirkungsverlaufs indendiert sind, sondern vielmehr die Wandlung erreicht wird, in der die in der Tiefenstruktur erspielten Identität durch Integration des Gegenthemas in die Selbsterfahrung vollzogen wird. Der Protagonist erreicht so im Spiel eine Veränderung, die sein Selbstbild neu schafft und in der er zu einer ergänzten Identität findet, die ihm möglich macht, sich seiner Gestaltungskräfte freier zu bedienen. Eine Katharsis bringt zum einen den befreienden Ausdruck der innerhalb der Entwicklung der Tiefenstruktur entstandenen negativen Gefühle, zum anderen findet in ihr die emotionale Aufhebung der antagonistischen dramatischen Spannung statt. Die Methode des Doppelns dient so zwei wichtigen Wirkungszielen des Psychodramas, der Peripetie und der Katharsis.

Dabei sind die Wirkfaktoren nicht nur im protagonistenzentrierten Spiel zu finden. Vielmehr wird das gesamte Spiel des Protagonisten erst möglich durch einen ständigen Akt der Kommunikation zwischen Gruppe, Gruppenmitgliedern und Protagonist. Den dynamischen Prozessen innerhalb der Gruppe kommt somit größte Bedeutung für die Wirkung des Psychodramas zu. In diesem kommunikativ bestimmten Teil wird die Aufgabe des Doppels durch das Ineinandergreifen der gruppentherapeutischen und der individualevolutiven Dimension des Psychodramas bestimmt. Das Spiel des Protagonisten und damit auch die Aktivität des Doppels finden innerhalb einer Atmosphäre des Vertrauens statt, das die Gruppe bereitstellt. Andererseits wirkt es bildend auf die Gruppe zurück. In der Protagonistenwahl, im Doppeln, in der Mitwirkung der Hilfs-Iche und im Sharing nimmt die Gruppe am Protagonistenspiel teil.

Die Widersprüchlichkeit der Doppel-Konzepte Zerka Toeman Morenos und Hilarion Petzolds resultiert aus der fehlenden Einsicht in die beschriebene, bestimmende Zweidimensionalität des Psychodramas.

Lebensgeschichtliche und protagonistenorientierte Funktionen des Doppels

Damit Wirkungen des Psychodramas wie Peripetie und Katharsis eintreten können, sind drei Wirkfaktoren notwendig:

  1. Verbleiben der Spielbestimmung beim Protagonisten,
  2. Vermögen das Selbstbild und zugehörige Gegenbild zu einem gestalteten Ausdruck zu bringen,
  3. Statthaben des Ausdrucks innerhalb einer dramatischen Gestaltung.

Diesen drei Wirkfaktoren entsprechen - wie Rüdiger Müngersdorff für das Humanistische Psychodrama darlegt ( 3) - drei Grundfunktionen des Doppels im Spiel des Protagonisten:

  • Es unterstützt den Protagonisten in seinen Darstellungen, indem es ihm in seinen Gestaltungen und seinem Erleben und Empfinden innerhalb der Spielszenen folgt. Das Doppel ist dabei der Selbstbestimmung durch den Protagonisten streng unterworfen.
  • Das Doppel soll dem Protagonisten in dessen Spiel die Möglichkeit geben, zu einem erweiterten und intensiven Ausdruck seiner Lebenswelt und seines Erlebens zu gelangen. Das Doppel kann durch Wiederholung, durch Konzentration und Verknappung der Aussagen, durch Isolation einzelner Ausdruckselemente oder durch den Wechsel der Ausdrucksebene diese Funktion er füllen. Diese Funktion des Doppels innerhalb der Ausdrucksarbeit ist sehr wichtig, weil es für die Wirkung des Psychodramas entscheidend ist, dass es dem Protagonisten gelingt, seine Probleme durch eine objektivierende Gestaltung auszudrücken und damit eine innere Distanz zu dem mit dem Problem verbundenen Lebensbildern zu er langen. Mit der Beteiligung an der Ausdrucksarbeit kommt dem Doppel auch eine vermittelnde Funktion zwischen Gruppe und Protagonisten zu, es kann dazu beitragen, die Sprache und den Bildgebrauch des Protagonisten der Gruppe zu übersetzen.
  • Das Doppel ermöglicht dramatische Gestaltung, es trägt wesentlich zur Aufrechterhaltung des Spannungsverlaufes bei. Durch Transformation, durch die Möglichkeit, das Gegenläufige der Aussage des Protagonisten, das gleichwohl Bestandteil der Darstellung ist, in der Gleichzeitigkeit darzustellen, sowie durch Intensivierung und Externalisierung inneren Geschehens hat das Doppel einen wesentlichen Anteil an der Möglichkeit, psychisches Geschehen in einer dramatischen Form zu veräußern. Die Peripetie und Katharsis als Wirkungsziele des Psychodramas sind ja nur möglich als Ergebnis eines sich steigernden dramatischen Verlaufs. Damit hat die Doppeltechnik, insbesondere aber für den Spannungsverlauf eines protagonistenzentrierten Spiels eine große Bedeutung.

Das Doppel kann den lebensgeschichtlich bestimmten Wirkungsablauf fördern, indem es einen Spielverlauf unterstützt, der den Anforderungen genügen kann, die Wirkungsziele des Psychodramas in der lebensgeschichtlich bestimmten Dimension zu erreichen.

Gruppentherapeutische und soziale Dimension des Doppels

Das Protagonistenspiel lässt sich nicht isoliert vom übrigen gruppendynamischen Prozess betrachten. Gerade die Konzeptionen von Zerka Toeman Moreno und Hilarion Petzold scheiterten durch die einseitige und isolierte Betrachtungsweise. Korrespondierend mit den drei dargelegten protagonisten- orientierten Funktionen des Doppels und den allgemeinen Grundregeln des Psychodramas nimmt das soziale Doppel durch drei Funktionen an den Wirkungszielen der gruppentherapeutischen Dimension des Psychodramas teil. Dabei kommt ihm vor allem eine vermittelnde Funktion zwischen dem Protagonisten und der Gruppe zu:

  • Der ersten, allgemeinen Grundregel des Psychodramas entsprechend folgt das Doppel den Gestaltungen des Protagonisten und lässt die Spielbestimmung auf Seiten des Spielers. Nur dann kann der Protagonist sein Spiel ausgestalten und so eine eigene psychodramatische Gestaltung beginnen, und nur dann kann der Protagonist von sich aus und als Ergebnis der eigenen Arbeit seine lebensgeschichtlich bestimmte Innendimension in die sozialen, interaktionellen Prozesse einbringen.
  • Das Doppel ermöglicht dem Protagonisten, die Offenheit und Begleitung der Gruppe auch während des Spiels zu erfahren. Es erleichtert die Erfahrung der sozialen Bindung in einer auf sich selbst konzentrierten Beschäftigung.
  • Das Doppel unterstützt die Ausdrucksarbeit des Protagonisten, um ihm zu einer intersubjektiv verständlichen und veräußerten Gestaltung seines Lebens, seiner Empfindungen, seiner Gefühle, seiner Gedanken und Handlungen zu verhelfen. Es hat eine vermittelnde Aufgabe in dem Prozess der Bildung eines gemeinsamen Ausdrucksfeldes zwischen dem Protagonisten und der Gruppe.

Somit lassen sich insgesamt sechs Funktionen der Doppelmethodik unterscheiden, die jeweils noch hinsichtlich ihrer funktionalen Aspekte betrachtet werden können. Die Frage nach der Dienlichkeit und Möglichkeit der Doppelmethodik im Psychodrama wäre somit geklärt. Offen blieb bisher, wie das Doppel seine Aufgabe erfüllt, da ja jede Funktion in unterschiedlicher Form realisiert werden kann, worauf bereits hingewiesen wurde.

 

Formen des Doppels

Die Formen stellen im wesentlichen Umsetzungen der Funktionen in einem konkreten therapeutischen Kontext dar. Es lassen sich drei Formen unterscheiden, die hinsichtlich der zwei Dimensionen des Psychodramas als sechs Betonungen verwirklicht werden.

  1. Begleitendes Doppel Es wiederholt den Ausdruck des Protagonisten und bietet sich für ein bestätigendes und unterstützendes Gespräch an. Das Doppel begleitet den Protagonisten in seinen Äußerungen, indem es ihm folgt. In der gruppentherapeutischen Dimension vermittelt es in der Begleitung Vertrauen und die Erfahrung von Mitmenschlichkeit. Der Protagonist kann sich so mit seinem Spiel in der Gruppe aufgehoben fühlen.

  2. Transformierendes Doppel Das transformierende Doppel wirkt an der Ausdrucksarbeit des Protagonisten in der lebensgeschichtlichen Dimension vertiefend mit. Es arbeitet in der gemeinsamen Ausdrucksarbeit aufdeckend und dramatisierend. In der gruppentherapeutischen Dimension vermittelt es durch die Mitarbeit vertrauensvolles Erfahren. Der Protagonist erlebt, dass er von der Gruppe verstanden werden kann, wodurch sein Vertrauen in die soziale Umgebung wächst. Das Doppel wirkt durch die gemeinsame Arbeit an einer Veränderung des Ausdrucks in intersubjektiven Formen.

  3. Direktives oder psychagogisches Doppel Das direktive Doppel wirkt in der lebensgeschichtlichen Dimension als Widerstand überwindendes, Exposition verbürgendes Doppel. Gruppentherapeutisch wirkt es als Realität verbürgendes und Sozialität einbringendes Doppel. Es wird vor allem dann eingesetzt, wenn der Protagonist seine psychische und soziale Realität nicht mehr in das Spiel einbringen kann. Mit allen Einschränkungen der Intervention auf beiden Ebenen hat es einen leitenden Charakter.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Psychodrama so dargestellt werden konnte, dass sich jede seiner Phasen als Wirksamkeit einer Verknüpfung von gruppenpsycho- und individualtherapeutischem Ansatz kennzeichnen ließ. Das Protagonistenspiel tritt als gruppentherapeutische Interaktion auf, während sich andererseits jeder Kontakt in der Gruppe als verkürztes Protagonistenspiel betrachten lässt.

Die soziale Bedeutung der Doppelmethode ist somit erkennbar geworden. Das eigentliche Problem der Doppelgänger-Forschung ist nicht länger die Konzentration auf die "Identität" zwischen Doppel und Protagonist. Das Doppel ist nicht länger auf eine Identifizierungsleistung reduziert, vielmehr ist das Doppel innerhalb des Spiels an der Erarbeitung des Ausdrucks beteiligt, es trägt zur Erhaltung des kommunikativen Kontaktes zwischen dem Protagonisten und der Gruppe bei, indem es sich mit verstehender Intention auf die Ausdrucksversuche des Protagonisten bezieht.

 

Welche Eigenschaften sind beim Doppel beschrieben?

Die aus der Literaturanalyse und den theoretischen Vorüberlegungen ermittelten und abgeleiteten Eigenschaften, die das Doppel in seinem Handeln und seiner Wirkung charakterisieren, werden in nachfolgender Tabelle zusammengetragen.

 

Liste der Doppeleigenschaften

1 aufmerksam 19 kommt auf den Punkt 37 nachdenklich 55 provoziert 73 nimmt Widerstände 91 bewirkt Entspannung
2 hört zu 20 drängt 38 solidarisch 56 ist spontan 74 ist sehr erfahren 92 bewirkt Optimismus
3 wartet ab 21 ist warm 39 selbst angesprochen 57 ist unsicher 75 erfasst Gruppensituation 93 bewirkt Aktivität
4 nimmt auf 22 kontrolliert 40 strahlt Ruhe aus 58 stockt häufiger 76 ist eilig 94 bewirkt Trost
5 ruhig 23 macht Vorschläge 41 beobachtet 59 ist souverän 77 bevormundet 95 bewirkt Aufbruch
6 gelassen 24 gleicht sich stimmlich an 42 denkt mit 60 hat Nähe zum Prot. 78 vermittelt Einsichten 96 bewirkt Zerstörung
7 nimmt sich selbst zurück 25 fragt 43 bringt eigene Gedanken ein 61 ist selbst beteiligt 79 begleitet 97 bewirkt Resignation
8 vervollständigt Sätze 26 ist angestrengt 44 verbalisiert Körpersprache 62 verwirklicht eigenes Konzept 80 bewirkt Ruhe 98 bewirkt Verwirrung
9 treibt voran 27 ist überlegen 45 hat Einblick 63 ist hastig 81 bewirkt Hilfe 99 bewirkt Klarheit
10 starr 28 ist bei sich selbst 46 gibt Einblick 64 hat Distanz zum Prot. 82 bewirkt Lösung 100 bewirkt Zielfindung
11 stellt sich ein 29 stellt Blickkontakt her 47 kann gut formulieren 65 läast Freiheit 83 bewirkt Nachdenken 101 bewirkt Beruhigung
12 überlegt 30 ist geduldig 48 sieht Zusammenhänge 66 ist verwickelt 84 bewirkt Erkenntnis 102 bewirkt Ermutigung
13 einfühlsam 31 ist vorsichtig 49 bewertet 67 ist interessiert 85 bewirkt Einsicht 103 bewirkt Verkrampfung
14 geht mit 32 stimmt zu 50 bleibt gleich 68 urteilt 86 bewirkt Konfrontation 104 bewirkt Solidarität
15 hat gleiche Körperhaltung 33 schaut an 51 verständnisvoll 69 verbalisiert Gefühle 87 bewirkt Wahrnehmung 105 bewirkt Erschütterung
16 bringt weiter 34 nimmt sich zurück 52 unterstützt 70 wartet Bestätigung ab 88 bewirkt Sicherheit 106 bewirkt Bewältigung
17 leitet 35 gibt Anregung 53 überzeugt 71 lässt Zeit 89 bewirkt Durcheinander 107 bewirkt Hoffnung
18 bleibt am Ball 36 heiter 54 formuliert das Gegenteil 72 überwindet Widerstände 90 bewirkt Erleichterung

 

Einschätzskala und Vorgehensweise

Aus diesen Eigenschaften wird eine Bewertungsskala erstellt, die es erlaubt, in einer Skalierung von - 3 bis +3 die beobachtete Ausprägung der jeweiligen Eigenschaft während des Doppelprozesses durch die beobachtenden Gruppenmitglieder und nach dem Doppelprozess durch den Protagonisten und das Doppel selbst, einzuschätzen.

 

Die statistische Analyse

Die in 25 Doppelprozessen von 205 Beobachtern gewonnenen Daten (Eigenschaftsbeobachtungen und -einschätzungen) werden Mittelwertanalysen, Clusteranalysen und zur weiteren inhaltlichen Klärung Faktorenanalysen unterzogen.

Die Clusteranalyse ist eine Zusammenhangsberechnung, die Eigenschaften und Wirkungen von Doppelprozessen, die untereinander geringe Distanzen haben (sog. Homogenität) in Gruppen, sog. Clustern zusammenfasst, dabei die einzelnen Gruppen, die voneinander deutlich unterschieden sind, separiert.

Bei dem Verfahren der Agglomeration, der Zusammenfassung der Eigenschaften kommt die als incremental sums of squares, auch als Ward-Verfahren bekannte Methode zur Anwendung.

Die Faktorenanalyse hingegen gibt Auskunft über die den Korrelationen der einzelnen Eigenschaften und Wirkungen angenommen zugrunde liegenden Gemeinsamkeiten, so genannten Faktoren. Es kommt bei dieser Untersuchung die Hauptkomponentenmethode mit einer Kaiser-Normalisierung zur Anwendung, die Ergebnisse werden nach der Varimax-Methode rotiert.

Um die von Gruppenmitgliedern erlebten Wirksamkeiten der Doppelprozesse einzuschätzen, werden von 56 Beobachtern bei 10 Doppelprozessen diese gesondert geratet.

 

Ergebnisse der Clusteranalyse der durch Beobachter am Doppel festgestellten Eigenschaften

Im nachfolgenden Dendrogramm sind die Eigenschaftsagglutinationen der beobachteten Doppelprozesse graphisch dargestellt.

 

Cluster 1

1 aufmerksam 2 hört zu
4 nimmt auf 12 überlegt
41 beobachtet 42 denkt mit
67 ist interessiert 15 gleiche Körperhaltung
11 stellt sich ein 60 hat Nähe zum Protagonisten
79 begleitet 13 einfühlsam
14 geht mit 51 verständnisvoll
52 unterstützt 21 ist warm
65 lässt Freiheit 71 lässt Zeit

Cluster 2

3 wartet ab 30 ist geduldig
31 ist vorsichtig 5 ruhig
6 gelassen 40 strahlt Ruhe aus
7 nimmt sich selbst zurück 34 nimmt sich zurück

Cluster 3

16 bringt weiter 18 bleibt am Ball
19 kommt auf den Punkt 35 gibt Anregung
45 hat Einblick 48 sieht Zusammenhänge
47 kann gut formulieren 46 gibt Einblick
78 vermittelt Einsichten 69 verbalisiert Gefühle
43 bringt eigene Gedanken ein

Cluster 4

29 stellt Blickkontakt her 33 schaut an
32 stimmt zu 38 solidarisch
37 nachdenklich 70 wartet Bestätigung ab
50 bleibt gleich

Cluster 5

8 vervollständigt Sätze 9 treibt voran
17 leitet 53 überzeugt
22 kontrolliert 23 macht Vorschläge
25 fragt

Cluster 6

24 gleicht sich stimmlich an 36 heiter
56 ist spontan 59 ist souverän
74 ist sehr erfahren 72 überwindet Widerstand
73 nimmt Widerstände wahr 75 erfasst Gruppensituation
44 verbalisiert Körpersprache

Cluster 7

26 ist angestrengt 39 selbst angesprochen
61 ist selbstbeteiligt

Cluster 8

10 starr 66 ist verwickelt
57 ist unsicher 58 stockt häufiger

Cluster 9

54 formuliert das Gegenteil 55 provoziert
63 ist hastig 76 ist eilig
77 bevormundet

Cluster 10

20 drängt 49 bewertet
68 urteilt 27 ist überlegen
62 verwirklicht eigenes Konzept 28 ist bei sich selbst
64 hat Distanz zum Protagonisten

 

 

Sind die Cluster der Doppel-Eigenschaften inhaltlich homogen?

 

Die inhaltliche Homogenität der gefundenen Eigenschaftscluster werden durch Faktorenanalysen geprüft.

Faktorenanalyse des Clusters 1

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
EINFÜHLSAM 0,81114 0,65795
HÖRT ZU 0,76826 0,59022
STELLT SICH 0,76238 0,58123
BEGLEITET 0,76139 0,57972
VERSTÄNDNIS 0,75001 0,56251
AUFMERKSAM 0,74528 0,55544
GEHT MIT 0,73164 0,5353
NÄHE PROTAGONIST 0,72355 0,52352
NIMMT AUF 0,69721 0,4861
LÄSST ZEIT 0,63202 0,39945
DENKT MIT 0,63095 0,3981
IST WARM 0,61246 0,37511
FREIHEIT 0,61182 0,37433
ÜBERLEGT 0,60446 0,36537
UNTERSTÜTZ 0,59101 0,34929
BEOBACHTET 0,57129 0,32638
INTERESSIERT 0,54026 0,29188
KÖRPERHALTUNG 0,47739 0,2279
Quadratsumme 8,17988 8,17988
Prozent der Varianz 45,4438 45,4438

Faktorenanalyse des Clusters 2

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
RUHIG 0,83774 0,70181
GEDULDIG 0,73648 0,54241
SELBST ZURÜCK 0,70465 0,49653
STRAHLT RUHE 0,66135 0,43739
GELASSEN 0,65986 0,43542
VORSICHTIG 0,6341 0,40209
WARTET AB 0,55064 0,3032
NIMMT ZURÜCK 0,539 0,29052
Quadratsumme 3,60940 3,60940
Prozent der Varianz 45,1175 45,1175

Faktorenanalyse des Clusters 3

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
ZUSAMMENHÄNGE 0,75253 0,56631
PUNKT 0,74155 0,5499
BRINGT WEITER 0,73697 0,54312
BLEIBT AM BALL 0,68037 0,46291
GUT FORMULIEREN 0,66304 0,43963
HAT EINBLICK 0,65484 0,42881
ANREGUNG 0,62638 0,39235
GIBT EINBLICK 0,60811 0,36979
EINSICHTEN 0,59598 0,35519
VERB GEFÜHLE 0,43392 0,18829
GEDANKEN 0,38351 0,14708
Quadratsumme 4,44343 4,44343
Prozent der Varianz 40,3948 40,3948

Faktorenanalyse des Clusters 4

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
SCHAUT AN 0,7154 0,5118
BLICKKONTAKT 0,69304 0,48031
STIMMT ZU 0,53299 0,28408
SOLIDARISCH 0,46479 0,21603
BESTÄTIGUNG 0,34602 0,11973
NACHDENKLICH 0,2142 0,04588
BLEIBT GLEICH 0,20237 0,04095
Quadratsumme 1,69882 1,69882
Prozent der Varianz 24,2688 24,2688

 

Faktorenanalyse des Clusters 5

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
TREIBT VOR 0,7461 0,55666
LEITET 0,61394 0,37692
SÄTZE VERVOLLST 0,5717 0,32684
VORSCHLÄGE 0,53221 0,28324
ÜBERZEUGT 0,51448 0,26469
KONTROLLE 0,40236 0,16189
FRAGT 0,3763 0,1416
Quadratsumme 2,11188 2,11188
Prozent der Varianz 30,1698 30,1698

 

Faktorenanalyse des Clusters 6

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
ERFAHREN 0,66913 0,44774
NIMMT WIDERST 0,63103 0,3982
SPONTAN 0,60675 0,36815
GRUPPENSITUATION 0,59176 0,35018
ÜBERWINDET WIDERST 0,56546 0,31974
HEITER 0,54222 0,294
SOUVERÄN 0,53138 0,28236
STIMMLICH 0,34015 0,1157
KÖRPERSPRACHE 0,2923 0,08543
Quadratsumme 2,66156 2,66156
Prozent der Varianz 29,5728 29,5728

Faktorenanalyse des Clusters 7

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
SELBST BETEILIGT 0,7446 0,55443
ANGESPROCHEN 0,71892 0,51685
ANGESTRENGT 0,06309 0,00398
Quadratsumme 1,07527 1,07527
Prozent der Varianz 35,8423 35,8423

 

Faktorenanalyse des Clusters 8

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
STOCKT HÄUFIG 0,78026 0,60881
UNSICHER 0,68627 0,47097
STARR 0,58237 0,33916
VERWICKELT 0,39229 0,15389
Quadratsumme 1,57286 1,57286
Prozent der Varianz 39,3214 39,3214

 

Faktorenanalyse des Clusters 9

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
EILIG 0,80748 0,65203
HASTIG 0,74106 0,54917
BEVORMUNDET 0,69435 0,48212
GEGENTEIL 0,57353 0,32894
PROVOZIERT 0,54851 0,30086
Quadratsumme 2,31314 2,31314
Prozent der Varianz 46,2629 46,2629

 

Faktorenanalyse des Clusters 10

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
URTEILT 0,74627 0,55693
EIGENES KONZEPT 0,68862 0,47419
DRÄNGT 0,65906 0,43436
ÜBERLEGEN 0,51749 0,2678
SICH SELBST 0,46279 0,21418
DISTANZ ZUM PROT 0,40884 0,16715
Quadratsumme 2,68657 2,68657
Prozent der Varianz 38,3796 38,3796

 

 

Ergebnisse der Clusteranalyse der durch die Doppel festgestellten Eigenschaften

 

Im nachfolgenden Dendrogramm sind die Eigenschaftsagglutinationen der durch die Doppel selbst beobachteten Doppelprozesse graphisch dargestellt.

stellt.

Cluster 1

1 aufmerksam 2 hört zu
4 nimmt auf 12 überlegt
70 wartet Bestätigung ab 71 lässt Zeit

Cluster 2

11 stellt sich ein 18 bleibt am Ball
43 bringt eigene Gedanken 69 verbalisiert Gefühle
73 nimmt Widerstände wahr

Cluster 3

13 einfühlsam 14 geht mit
42 denkt mit 41 beobachtet
48 sieht Zusammenhänge 67 ist interessiert
35 gibt Anregung 52 unterstützt
16 bringt weiter 19 kommt auf den Punkt

Cluster 4

15 hat gleiche Körperhaltung 45 hat Einblick
21 ist warm 60 hat Nähe zum Protagonisten
51 verständnisvoll 79 begleitet
65 lässt Freiheit

Cluster 5

3 wartet ab 30 ist geduldig
31 ist vorsichtig 7 nimmt sich selbst zurück
34 nimmt sich zurück    

Cluster 6

5 ruhig 40 strahlt Ruhe aus
6 gelassen

Cluster 7

8 vervollständigt Sätze 9 treibt voran
23 macht Vorschläge 26 ist angestrengt

Cluster 8

24 gleicht sich stimmlich an 32 stimmt zu
25 fragt 37 nachdenklich
38 solidarisch 29 stellt Blickkontakt her
33 schaut an 44 verbalisiert Körpersprache

Cluster 9

17 leitet 72 überwindet Widerstand
22 kontrolliert 61 ist selbst beteiligt
39 selbst angesprochen

Cluster 10

46 gibt Einblick 78 vermittelt Einsichten
53 überzeugt 47 kann gut formulieren
50 bleibt gleich 75 erfasst Gruppensituation
56 ist spontan 59 ist souverän
74 ist sehr erfahren

Cluster 11

10 starr 57 ist unsicher
63 ist hastig 58 stockt häufiger
68 urteilt 77 bevormundet

Cluster 12

20 drängt 76 ist eilig
27 ist überlegen 62 verwirklicht eigenes Konzept
49 bewertet 36 heiter
64 hat Distanz zum Protagonisten 28 ist bei sich selbst

Cluster 13

54 formuliert Gegenteil 55 provoziert
66 ist verwickelt
 

 

Faktorenanalyse des Clusters 1

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
AUFMERSAM 0,84899 0,72079
LÄSST ZEIT 0,66327 0,43993
NIMMT AUF 0,65845 0,43356
HÖRT ZU 0,64734 0,41905
ÜBERLEGT 0,64097 0,41084
WARTET BESTÄ AB 0,5846

0,34181

Quadratsumme 2,76600 2,76600
Prozent der Varianz 46,1001 46,1001

Faktorenanalyse des Clusters 2

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
BLEIBT AM BALL 0,81223 0,65971
EIGENE GEDANKEN 0,75315 0,56724
NIMMT WIDERSTAND WAH 0,6578 0,4327
VERBAL GEFÜHLE 0,63558 0,40396
STELLT SICH EIN 0,59995 0,35994
Quadratsumme 2,42358 2,42358
Prozent der Varianz 48,4716 48,4716

Faktorenanalyse des Clusters 3

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
DENKT MIT 0,95234 0,90695
INTERESSIERT 0,81959 0,67174
BEOBACHTET 0,77935 0,60739
ZUSAMMENHÄNGE 0,77574 0,60178
UNTERSTÜTZT 0,7617 0,58019
EINFÜHLSAM 0,74573 0,55612
GIBT ANREGUNG 0,71337 0,5089
GEHT MIT 0,65482 0,42878
AUF DEN PUNKT 0,63308 0,40079
BRINGT WEITER 0,58498 0,34221
Quadratsumme 5,60488 5,60488
Prozent der Varianz 56,0488 56,0488

Faktorenanalyse des Clusters 4

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
VERSTÄNDNISVOLL 0,80929 0,65495
BEGLEITET 0,76053 0,57841
LÄSST FREIHEIT 0,73811 0,5448
WARM 0,68752 0,47268
NÄHE ZUM PROT 0,61976 0,38411
HAT EINBLICK 0,55053 0,30309
GLEICHE KÖRPERHALTUN 0,50372 3,19181
Quadratsumme 3,19181 3,19181
Prozent der Varianz 45,5974 45,5974

 

Faktorenanalyse des Clusters 5

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
TREIBT VOR 0,7461 0,55666
GEDULDIG 0,8428 0,71032
VORSICHTIG 0,81056 0,657
SICH SELBST ZURÜCK 0,69134 0,47796
NIMMT SICH ZURÜCK 0,65484 0,42881
WARTET AB 0,61433 0,3774
Quadratsumme 2,65151 2,65151
Prozent der Varianz 53,0302 53,0302

 

Faktorenanalyse des Clusters 6

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
RUHIG 0,87788 0,77068
GELASSEN 0,85019 0,72282
STRAHLT RUHE AUS 0,78636 0,61836
Quadratsumme 2,11188 2,11188
Prozent der Varianz 70,3959 70,3959

Faktorenanalyse des Clusters 7

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
TREIBT VORAN 0,85508 0,73116
VERVOLLSTÄNDIGT SÄTZE 0,58822 0,34601
MACHT VORSCHLÄGE 0,49134 0,24142
Quadratsumme 1,31861 1,31861
Prozent der Varianz 43,9535 43,9535

 

Faktorenanalyse des Clusters 8

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Faktor
2
Kommunalität
SCHAUT AN 0,80663 -0,26855 0,72279
BLICKKONTAKT 0,74266 -0,45662 0,76006
STIMMT ZU 0,69516 0,19103 0,51974
SOLIDARISCH 0,59109 0,46779 0,56822
NACHDENKLICH 0,4948 0,37635 0,38647
GLEICHT STIMMLICH AN 0,44012 0,1872 0,22875
ANGESTRENGT -0,0372 0,62818 0,396
FRAGT -0,0031 0,61277 0,3755
VERBAL KÖRPERSPRACHE 0,26717 0,52779 0,34995
Quadratsumme 2,54618 1,76131 4,30750
Prozent der Varianz 28,2909 19,5702 47,8611

 

Faktorenanalyse des Clusters 9

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
SELBST BETEILIGT 0,8996 0,80929
KONTROLLIERT 0,86455 0,74746
SELBST ANGESPROCHEN 0,62782 0,39416
ÜBERWINDET WIDERTAND 0,49881 0,24881
LEITET -0,00808 6,54084e-05
Quadratsumme 2,19979 2,19979
Prozent der Varianz 43,9959 43,9959

 

Faktorenanalyse des Clusters 10

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
VERMITTELT EINSICHT 0,90602 0,82087
GIBT EINBLICK 0,78144 0,61066
ÜBERZEUGT 0,77821 0,60562
SOUVERÄN 0,76408 0,58382
GUT FORMULIEREN 0,68103 0,4638
SPONTAN 0,67453 0,45499
SEHR ERFAHREN 0,65348 0,42703
ERFASST GRUPPE 0,51506 0,26529
BLEIBT GLEICH 0,26006 0,06763
Quadratsumme 4,29975 4,29975
Prozent der Varianz 47,7750 47,7750

 

Faktorenanalyse des Clusters 11

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
HASTIG 0,819 0,67076
STOCKT HÄUFIGER 0,70036 0,4905
STARR 0,69123 0,4778
UNSICHER 0,64129 0,41125
BEVORMUNDET 0,62189 0,38675
URTEILT 0,56165 0,31545
Quadratsumme 2,75254 2,75254
Prozent der Varianz 45,8757 45,8757

 

Faktorenanalyse des Clusters 12

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
EIGENES KONZEPT 0,88495 0,78314
EILIG 0,73838 0,54521
DISTANZ 0,67972 0,46202
DRÄNGT 0,60926 0,3712
BEI SICH SELBST 0,56152 0,31531
ÜBERLEGEN 0,49034 0,24043
HEITER 0,37967 0,14415
BEWERTET 0,27426 0,07522
Quadratsumme 2,93671 2,93671
Prozent der Varianz 36,7089 36,7089

 

Faktorenanalyse des Clusters 13

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
PROVOZIERT 0,92004 0,84648
FORMULIERT GEGENTEIL 0,76882 0,59109
VERWICKELT 0,5861 0,34351
Quadratsumme 1,78110 1,78110
Prozent der Varianz 59,3701 59,3701

 

 

 

Ergebnisse der Clusteranalyse der durch die Protagonisten beim Doppeln festgestellten Eigenschaften

 

Im vorstehenden Dendrogramm sind die Eigenschaftsagglutinationen der durch die Protagonisten eingeschätzten Doppelprozesse graphisch dargestellt.

Cluster 1

1 aufmerksam 2 hört zu
4 nimmt auf 11 stellt sich ein
42 denkt mit 13 einfühlsam
14 geht mit 12 überlegt
47 kann gut formulieren 70 wartet Bestätigung ab
71 läßt Zeit    

Cluster 2

3 wartet ab 5 ruhig
6 gelassen 21 ist warm
15 hat gleiche Körperhaltung 30 ist geduldig
41 beobachtet

Cluster 3

16 bringt weiter 18 bleibt am Bal
43 eigene Gedanken ein 25 fragt
32 stimmt zu 35 gibt Anregung
46 gibt Einblick 78 vermittelt Einsichten
45 hat Einblick 48 sieht Zusammenhänge
65 läßt Freiheit    

Cluster 4

51 verständnisvoll 67 ist interessiert
79 begleitet 52 unterstützt
60 Nähe zum Protagonisten 69 verbalisiert Gefühle

Cluster 5

7 nimmt selbst zurück 30 nimmt sich zurück
40 strahlt Ruhe aus    

Cluster 6

29 stellt Blickkontakt her 31 ist vorsichtig
37 nachdenklich 33 schaut an

Cluster 7

38 solidarisch 59 ist souverän
74 ist sehr erfahren 39 selbst angesprochen
61 selbst beteiligt    

Cluster 8

8 vervollständigt Sätze 72 überwindet Widerstand
9 treibt voran 26 ist angestrengt
50 bleibt gleich 53 überzeugt

Cluster 9

17 leitet 19 kommt auf den Punkt
23 macht Vorschläge 24 gleicht stimmlich an
56 ist spontan 75 erfasst Gruppensituation
73 nimmt Widerstand wahr 36 heiter
44 verbalisiert Körpersprache

Cluster 10

10 starr 63 hastig
76 eilig 77 bevormundet
57 unsicher 58 stockt häufiger
64 Distanz zum Protagonist 68 urteilt

Cluster 11

20 drängt 22 kontrolliert
59 bewertet 62 verwirklicht eigenes Konzept

Cluster 12

27 ist überlegen 28 ist bei sich selbst
66 ist verwickelt 54 formuliert Gegenteil
55 provoziert    

 

Faktorenanalyse des Clusters 1

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
DENKT MIT 0,90675 0,82221
HÖRT ZU 0,90248 0,81448
EINFÜHLSAM 0,88542 0,78396
NIMMT AUF 0,80723 0,65163
GEHT MIT 0,79802 0,63683
AUFMERKSAM 0,77195 0,59592
ÜBERLEGT 0,77069 0,59397
STELLT SICH EIN 0,73249 0,53655
GUT FORMULIEREN 0,69532 0,48347
LÄSST ZEIT 0,63204 0,39948
WARTET BESTÄTIGUNG AB 0,45635 0,20825
Quadratsumme 6,52681 6,52681
Prozent der Varianz 59,3346 59,3346

Faktorenanalyse des Clusters 2

Gültige Fälle: 205

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
BEOBACHTET 0,89255 0,79665
GEDULDIG 0,86541 0,74894
WARTET AB 0,84896 0,72074
RUHIG 0,83293 0,69378
GELASSEN 0,57583 0,33158
GLEICHE KÖRPERHALTUNG 0,54702 0,29923
WARM 0,49871 0,24871
Quadratsumme 3,83967 3,83967
Prozent der Varianz 54,8524 54,8524

Faktorenanalyse des Clusters 3

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
HAT EINBLICK 0,84932 0,72136
BRINGT WEITER 0,81837 0,66972
GIBT EINBLICK 0,78789 0,62078
VERMITTELT EINSICHTE 0,78187 0,61132
ZUSAMMENHÄNGE 0,69122 0,47778
ANREGUNG 0,64715 0,4188
EIGENE GEDANKEN EIN 0,63978 0,40932
STIMMT ZU 0,5246 0,2752
BLEIBT AM BALL 0,51716 0,26746
LÄSST FREIHEIT 0,46014 0,21173
FRAGT 0,36214 0,13114
Quadratsumme 4,81466 4,81466
Prozent der Varianz 43,7697 43,7697

Faktorenanalyse des Clusters 4

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
BEGLEITET 0,87263 0,76149
VERSTÄNDNISVOLL 0,86103 0,74138
NÄHE ZUM PROT 0,84263 0,71003
UNTERSTÜTZT 0,83405 0,69564
INTERESSIERT 0,83225 0,69264
VERBALISIERT GEFÜHLT 0,38869 0,15108
Quadratsumme 3,75228 3,75228
Prozent der Varianz 62,538 62,538

 

Faktorenanalyse des Clusters 5

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
NIMMT SICH ZURÜCK 0,95819 0,91814
NIMMT SELBST ZURÜCK 0,81533 0,66476
STRAHLT RUHE AUS 0,78957 0,62342
Quadratsumme 2,20633 2,20633
Prozent der Varianz 73,5445 73,5445

 

Faktorenanalyse des Clusters 6

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
SCHAUT AN 0,83262 0,69326
VORSICHTIG 0,70313 0,4944
STELLT BLICKKONTAKT 0,63745 0,40634
NACHDENKLICH 0,48777 0,23792
Quadratsumme 1,83193 1,83193
Prozent der Varianz 45,7983 45,7983

Faktorenanalyse des Clusters 7

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
IST SEHR ERFAHREN 0,92085 0,84796
SOUVERÄN 0,85351 0,72848
SOLIDARISCH 0,60452 0,36545
SELBST ANGESPROCHEN 0,44481 0,19786
SELBST BETEILIGT 0,43187 0,18651
Quadratsumme 2,32628 2,32628
Prozent der Varianz 46,5257 46,5257

 

Faktorenanalyse des Clusters 8

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
ÜBERZEUGT 0,84276 0,71024
ÜBERWINDET WIDERSTAND 0,76044 0,57827
ANGESTRENGT -0,5104 0,26051
VERVOLLSTÄNDIGT SÄTZE 0,46353 0,21486
TREIBT VORAN 0,31108 0,09677
BLEIBT GLEICH 0,19839 0,03936
Quadratsumme 1,90004 1,90004
Prozent der Varianz 31,6673 31,6673

 

Faktorenanalyse des Clusters 9

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
VERBALISIERT KÖRPERS 0,80115 0,64185
KOMMT AUF DEN PUNKT 0,78964 0,62354
NIMMT WIDERSTAND WAH 0,71856 0,51633
SPONTAN 0,67612 0,45714
ERFASST GRUPPE 0,65882 0,43405
GLEICHT SICH STIMMLICH 0,54214 0,29391
MACHT VORSCHLÄGE 0,43542 0,18959
LEITET 0,3817 0,1457
HEITER 0,27877 0,07771
Quadratsumme 3,37985 3,37985
Prozent der Varianz 37,5538 37,5538

 

Faktorenanalyse des Clusters 10

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Faktor
2
Kommunalität
UNSICHER 0,89644 0,02129 0,80406
STOCKT HÄUFIGER 0,79358 0,10993 0,64185
HASTIG 0,73289 0,61528 0,91571
STARR 0,6626 0,3856 0,58773
URTEILT -0,02304 0,80577 0,6498
DISTANZ ZUM PROTAGONIST. 0,18047 0,71209 0,53964
EILIG 0,56328 0,70065 0,80821
BEVORMUNDET 0,53679 0,57815 0,62241
Quadratsumme 3,0481 2,52134 5,56944
Prozent der Varianz 38,1012 31,5168 69,618

 

Faktorenanalyse des Clusters 11

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
VERWIRKLICHT EIGENES 0,88148 0,77701
KONTROLLIERT 0,78012 0,60859
DRÄNGT 0,67407 0,45437
BEWERTET 0,62222 0,38716
Quadratsumme 2,22716 2,22716
Prozent der Varianz 55,6789 55,6789

 

Faktorenanalyse des Clusters 12

Gültige Fälle: 24

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Kommunalität
PROVOZIERT 0,70711 0,50001
FORMULIERT DAS GEGENTEIL 0,70594 0,49835
BEI SICH SELBST 0,59325 0,35195
VERWICKELT 0,26558 0,07053
ÜBERLEGEN 0,19961 0,03984
Quadratsumme 1,46071 1,46071
Prozent der Varianz 29,2142 29,2142

 

 

 

In welche Wirkfaktoren lassen sich die Doppelprozesse zusammenfassen?

Gültige Fälle: 51

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Faktor
2
Faktor
3
Faktor
4
Kommunalität
Konfrontation 0,74749 0,18222 -0,06456 -0,06917 0,60091
Aufbruch 0,69642 0,0357 0,01519 0,15263 0,50981
Lösung 0,69017 -0,0563 0,46521 0,3226 0,80001
Einsicht 0,68094 -2,07e-04 0,30511 0,42539 0,73773
Nachdenken 0,67933 -0,07341 0,28661 0,32083 0,65196
Erkenntnis 0,67686 -0,06507 0,38227 0,38377 0,7558
Aktivität 0,66873 -0,07222 0,16664 0,46008 0,69187
Wahrnehmung 0,65069 -0,12537 0,03473 0,0089 0,44041
Klarheit 0,59163 -0,17211 0,30672 0,35509 0,59983
Hilfe 0,51405 -0,27726 0,49735 0,4261 0,77005
Zerstörung 0,11484 0,83224 -0,0211 0,01769 0,70658
Verwirrung 0,17711 0,83137 -0,15863 -0,15518 0,77179
Resignation -0,13196 0,78514 0,03575 -0,11231 0,64775
Verkrampfung -0,33969 0,69518 -0,08697 0,01247 0,60639
Durcheinander -0,19592 0,66318 -0,07924 -0,24292 0,54349
Erschütterung 0,08499 0,62715 -0,02609 0,15339 0,42475
Ruhe 0,22775 -0,34285 0,82175 0,02666 0,84541
Beruhigung -0,04083 0,03628 0,78667 0,21912 0,66986
Entspannung 0,2066 -0,03634 0,68182 0,39999 0,66889
Trost 0,14248 0,09619 0,67643 0,25367 0,55147
Sicherheit 0,31408 -0,36338 0,57383 0,11287 0,57272
Erleichterung 0,10591 -0,07369 0,10514 0,80576 0,67696
Optimismus 0,45428 0,00739 0,37236 0,67407 0,79946
Hoffnung 0,53338 -0,07388 0,33041 0,66154 0,83677
Zielfindung 0,54191 -0,12043 0,21918 0,57665 0,68874
Bewältigung 0,49544 -0,23971 0,31997 0,52371 0,67958
Ermutigung 0,3638 -0,24377 0,42839 0,51043 0,63584
Solidarität 0,04649 0,07361 0,2734 0,39983 0,24219
Quadratsumme 6,00225 3,90064 4,1675 4,05677 18,1272
% der Varianz 21,4366 13,9309 14,8839 14,4885 64,7399

 

 

Wie sind die Wirkfaktoren durch voneinander separierte Mittelwerte und Standardabweichungen gekennzeichnet?

 

 

Inwieweit stimmen die Wahrnehmungen von Wirkungen beim Protogonisten und seinem jeweiligen Doppel überein?

 

In den 10 Doppelsequenzen, in denen Wirkungen der Doppelprozesse durch Protagonist und Doppel eingeschätzt wurden, ergeben sich keine statistisch signifikanten Differenzen. Das heißt: Erlebt der Protagonist zum Beispiel eine Hilfestellung durch das Doppel, schätzt das Doppel ebenfalls seinen Doppelprozess als hilfreich für den Protagonisten ein.

Trotzdem ist es interessant zu sehen, bei welchen Wirkungsvariablen die wahrgenommenen Differenzen am größten sind:

Variable mittl.Unterschied T P
Bewältigung -0,15617 -0,1 0,87934
Entspannung 0,16058 0,1 0,87596
Erkenntnis 0,21821 0,1 0,83212
Solidarität 0,27501 0,2 0,78951
Aufbruch 0,45226 0,4 0,66178
Einsicht 0,48038 0,2 0,64241
Zerstörung -0,50233 -0,3 0,62749
Konfrontation 0,53452 0,4 0,60593
Wahrnehmung 0,61237 0,4 0,55544
Resignation -0,73854 -0,4 0,47899
Trost 0,78513 0,5 0,45254
Verkrampfung -0,85889 -0,5 0,41268
Sicherheit 1 0,6 0,34343
Ermutigung 1 0,6 0,34343
Zielfindung 1,0681 0,6 0,31328
Optimismus 1,10526 0,7 0,29771
Erschütterung -1,11252 -0,9 0,29474
Durcheinander 1,1239 0,8 0,29013
Klarheit 1,13721 0,7 0,28481
Hoffnung 1,14939 0,8 0,28002
Verwirrung 1,20483 1 0,25899
Erleichterung 1,2377 0,8 0,24714
Lösung 1,26025 0,6 0,23927
Beruhigung 1,55737 1,1 0,15381
Ruhe 1,63299 0,8 0,1369
Nachdenken 1,63299 0,8 0,1369
Hilfe 1,80907 0,8 0,10388
Aktivität 2,1332 1,5 0,06169

 

Wenn der Protagonist meint, der Doppelprozess hätte Aktivität, Hilfe, Nachdenken, Ruhe und Beruhigung bei ihm bewirkt, ist das Doppel am wenigsten mit dieser Meinung deckungsgleich, wohingegen bei den Wirkvariablen Bewältigung, Entspannung, Erkenntnis und Solidarität die Übereinstimmung der Einschätzung bei Protagonisten und Doppel am größten ist.

 

Welche Wirkungsgruppen werden von den Protagonisten beschrieben?

 

Zur Beantwortung dieser Frage werden die Einschätzungen der Protagonisten einer Hauptkomponentenanalyse mit Varimaxrotation unterzogen. Diese Vorgehensweise verbietet sich methodisch wegen der geringen Anzahl von Doppelprozessen, ergibt aber orientiert aufschlussreiche Hinweise:

Variable F1 F2 F3 F4 F5 F6
Einsicht .97          
Erkenntnis .93          
Sicherheit   .93        
Solidarität   .92        
Resignation     .98      
Aktivität     -.81      
Ermutigung       .88    
Optimismus       .78    
Entspannung       .76    
Trost       .71    
Verwirrung         .84  
Verkrampfung         .78  
Durcheinander         .78  
Aufbruch           .90
Beruhigung           .69
Erleichterung           .69

Die Protagonisten erleben die Wirkung des Doppels in dieser Untersuchung mit allen Einschränkungen in sechs Gruppierungen:

  1. Einsicht gebendeWirkung
  2. Sicherheit gebende Wirkung
  3. resigniserende Wirkung
  4. ermutigende Wirkung
  5. verwirrende Wirkung
  6. aktivierende Wirkung

 

Welche Wirkungsgruppen werden von den Doppeln beschrieben?

Variable F1 F2 F3 F4
Trost .97      
Beruhigung .96      
Hoffnung .95      
Ermutigung .95      
Optimismus .95      
Erleichterung. .94      
Sicherheit .93      
Bewältigung .93      
Klarheit .92      
Aktivität .91      
Entspannung. .90      
Zielfindung .89      
Wahrnehmung .88      
Solidarität .84      
Aufbruch .79      
Zerstörung   .96    
Resignation   .96    
Verwirrung   .95    
Durcheinander   .94    
Verkrampfung   .92    
Ruhe     .94  
Einsicht       .73
Lösung       .73
Erkenntnis       .72
Nachdenken       .71
Hilfe       .71
Konfrontation       .62

 

Die Doppel beschreiben vier Wirkungsgruppen:

  1. tröstende, beruhigende, Hoffnung machende und ermutigende Wirkung
  2. zerstörende, zur Resignation führende und verwirrende Wirkung
  3. Ruhe auslösende Wirkung
  4. Einsicht gebende, lösungsorientierte, Erkenntnis gebende Wirkung

 

Die Hauptkomponentenanalyse der Clusterung der Doppeleigenschaften ergibt 10 einfaktorielle Doppeltypen:

  1. einfühlsam, hört zu, stellt sich ein, begleitet, hat Verständnis, ist aufmerksam, geht mit, hat Nähe zum Protagonisten
  2. ruhig, geduldig, nimmt sich selbst zurück
  3. sieht Zusammenhänge, bringt auf den Punkt, bringt weiter
  4. schaut an, Blickkontakt, zustimmend, solidarisch
  5. treibt voran, leitet
  6. erfahren, nimmt Widerstand wahr, spontan
  7. selbst beteiligt, angesprochen
  8. stockt häufiger, ist unsicher
  9. eilig, hastig, bevormundet
  10. urteilt, hat eigenes Konzept, drängt

 

Welche Wirkungen erzielen Doppel, wenn sie spezifische Eigenschaften zeigen?

Zur Prüfung der Zusammenhänge zwischen den beobachteten Wirkungen des Doppeln und den besonderen Eigenschaften des Doppels werden bei 56 Doppelprozessen Korrelationen (Pearsons r) berechnet.

Nachfolgende Auflistung gibt die mit den Doppeleigenschaften unter einer 1 /000-Irrtumswahrscheinlichkeit liegenden korrelierenden Wirkungen bekannt. Die jeweils ermittelten Koeffizienten werden gemeinsam mit der Wirkung angegeben.

aufmerksam
Hilfe (.58)
Klarheit (.57)
Zielfindung (.44)
Bewältigung (.42)
Aktivität (.41)
Hoffnung (.41)
Verkrampfung (-.44)
Durcheinander (-.45)

hört zu
Ruhe (.56)
Sicherheit (.48)
Hilfe (.47)
Klarheit (.46)
Verkrampfung (-.42)
Verwirrung (-.44)
Durcheinander (-.44)
Erschütterung (-.50)

wartet ab
keine hochsignifikanten Beziehungen

nimmt auf
Ruhe (.42)
Klarheit (.40)

ruhig
Ruhe (.46)

gelassen
Ruhe (.52)
Hilfe (.52)

nimmt sich selbst zurück
Beruhigung (.43)

vervollständigt Sätze
Beruhigung (.47)
Trost (.42)

treibt voran
Einsicht (.61)
Erkenntnis (.56)
Nachdenken (.56)
Hoffnung (.51)
Optimismus (.51)
Aktivität (.51)
Lösung (.51)
Aufbruch (.44)
Bewältigung (.45)
Konfrontation (.46)
Hilfe (.41)

starr
Verkrampfung (.55)
Resignation (.52)
Durcheinander (.43)
Lösung (-.44)
Nachdenken (-.48)
Zielfindung (-.49)
Optimismus (-.50)
Bewältigung (-.50)
Aktivität (-.51)
Ermutigung (-.52)
Hoffnung (-.52)
Klarheit (-.56)
Hilfe (-.57)

stellt sich ein
Hilfe (.71)
Ruhe (.61)
Klarheit (.53)
Ermutigung (.53)
Sicherheit (.46)
Hoffnung (.46)
Lösung (.42)
Erkenntnis (.41)
Zielfindung (.41)

überlegt
Nachdenken (.43)
Ermutigung (.39)
Hoffnung (.39)

einfühlsam
Hilfe (.66)
Klarheit (.59)
Ruhe (.53)
Ermutigung (.51)
Hoffnung (.51)
Zielfindung (.50)
Bewältigung (.46)
Lösung (.45)
Sicherheit (.43)
Optimismus (.41)
Durcheinander (-.44)
Verkrampfung (-.48)

geht mit
Hilfe (.67)
Hoffnung (.64)
Ermutigung (.58)
Zielfindung (.57)
Klarheit (.55)
Bewältigung (.53)
Aktivität (.52)
Optimismus (.51)
Erkenntnis (.51)
Lösung (.45)
Ruhe (.44)
Erleichterung (.44)
Sicherheit (.43)

hat gleiche Körperhaltung
keine hochsignifikanten Beziehungen

bringt weiter
Hilfe (.71)
Lösung (.68)
Nachdenken (.66)
Klarheit (.63)
Hoffnung (.60)
Erkenntnis (.59)
Einsicht (.57)
Wahrnehmung (.57)
Aktivität (.55)
Zielfindung (.55)
Ermutigung (.54)
Bewältigung (.52)
Optimismus (.51)
Aufbruch (.51)
Sicherheit (.45)
Ruhe (.44)
Resignation (-.42)
Durcheinander (-.42)
Verkrampfung (-.55)

leitet
Aktivität (.58)
Aufbruch (.54)
Erkenntnis (.54)
Einsicht (.51)
Lösung (.51)
Konfrontation (.49)
Optimismus (.46)
Zielfindung (.45)
Hoffnung (.44)
Nachdenken (.44)
Hilfe (.43)
Bewältigung (.41)

bleibt am Ball
Erkenntnis (.72)
Einsicht (.72)
Nachdenken (.69)
Zielfindung (.63)
Lösung (.63)
Hoffnung (.62)
Klarheit (.60)
Aktivität (.59)
Hilfe (.59)
Bewältigung (.57)
Ermutigung (.56)
Optimismus (.50)
Aufbruch (.48)
Wahrnehmung (.46)
Sicherheit (.42)
Verkrampfung (-.48)

kommt auf den Punkt
Klarheit (.69)
Hoffnung (.67)
Lösung (.65)
Erkenntnis (.65)
Aktivität (.64)
Zielfindung (.63)
Hilfe (.62)
Optimismus (.59)
Nachdenken (.59)
Aufbruch (.57)
Bewältigung (.57)
Ermutigung (.53)
Konfrontation (.47)
Erleichterung (.44)
Wahrnehmung (.41)

drängt
Aufbruch (.48)

ist warm
Ruhe (.53)
Hilfe (.51)
Klarheit (.49)
Hoffnung (.44)
Zielfindung (.40)
Bewältigung (.40)
Sicherheit (.39)

kontrolliert
Optimismus (.41)
Hoffnung (.40)
Einsicht (.40)
Erleichterung (.39)
Ermutigung (.39)

macht Vorschläge
Konfrontation (.58)
Einsicht (.44)
Erkenntnis (.44)
Aufbruch (.44)
Hoffnung (.44)
Nachdenken (.41)
Aktivität (.41)
Wahrnehmung (.40)

gleicht sich stimmlich an
Klarheit (.40)

fragt
keine hochsignifikanten Beziehungen

ist angestrengt
keine hochsignifikanten Beziehungen

ist überlegen
Wahrnehmung (.42)
Hoffnung (.42)

ist bei sich selbst
Resignation (.41)
Ermutigung (-.39)
Ruhe (-.51)

stellt Blickkontakt her
keine hochsignifikanten Beziehungen

geduldig
Ruhe (.51)

vorsichtig
keine hochsignifikanten Beziehungen

stimmt zu
Solidarität (.62)
Hoffnung (.42)

schaut an
keine hochsignifikanten Beziehungen

nimmt sich zurück
keine hochsignifikanten Beziehungen

gibt Anregung
Einsicht (.63)
Zielfindung (.60)
Erkenntnis (.60)
Hoffnung (..58)
Aktivität (.56)
Anregung (.53)
Klarheit (.50)
Lösung (.49)
Ermutigung (.49)
Konfrontation (.47)
Wahrnehmung (.46)
Optimismus (.45)
Bewältigung (.45)
Hilfe (.42)
Erleichterung (.41)

heiter
Aktivität (.57)
Optimismus (.57)
Zielfindung (.56)
Hoffnung (.47)
Ermutigung (.43)
Einsicht (.43)
Hilfe (.42)
Lösung (.41)
Erkenntnis (.41)
Entspannung (.41)

nachdenklich
keine hochsignifikanten Beziehungen

solidarisch
Solidarität (.52)
Hoffnung (.43)
Hilfe (.41)
Erleichterung (.40)

selbst angesprochen
keine hochsignifikanten Beziehungen

strahlt Ruhe aus
Ruhe (.54)
Ermutigung (.39)

beobachtet
Ermutigung (.60)
Hilfe (.47)
Hoffnung (.46)
Klarheit (.46)
Lösung (.46)
Ruhe (.45)
Optimismus (.44)
Zielfindung (.43)
Bewältigung (.43)

denkt mit
Ermutigung (.54)
Lösung (.49)
Hilfe (.46)
Hoffnung (.44)
Optimismus (.43)
Nachdenken (.42)

bringt eigene Gedanken ein
Konfrontation (.44)
Einsicht (.43)
Bewältigung (.42)
Nachdenken (42)
Zielfindung (.41)
Ermutigung (.39)

verbalisiert Körpersprache
keine hochsignifikanten Beziehungen

hat Einblick
Klarheit (.53)
Wahrnehmung (.50)
Aktivität (.49)
Ermutigung (.47)
Einsicht (.46)
Einsicht (.46)
Zielfindung (.42)
Hoffnung (.42)
Erkenntnis (.41)
Lösung (.41)

gibt Einblick
Erkenntnis (.58)
Einsicht (.57)
Bewältigung (.53)
Ermutigung (.53)
Optimismus (.51)
Aktivität (.48)
Lösung (.47)
Hoffnung (.46)
Zielfindung (.43)
Hilfe (.41)
Aufbruch (.39)
Verwirrung (-.43)

kann gut formulieren
Aktivität (.73)
Zielfindung (.71)
Optimismus (.69)
Klarheit (.68)
Ermutigung (.66)
Hilfe (.65)
Hoffnung (.64)
Bewältigung (.63)
Lösung (.61)
Erkenntnis (.59)
Aufbruch (.58)
Nachdenken (.57)
Einsicht (.56)
Wahrnehmung (.54)
Konfrontation (.47)
Sicherheit (.47)
Entspannung (.45)
Erleichterung (.42)
Verkrampfung (-.50)
Durcheinander (-.51)

sieht Zusammenhänge
Klarheit (.71)
Lösung (.70)
Zielfindung (.68)
Aktivität (.68)
Hoffnung (.67)
Einsicht (.67)
Erkenntnis (.66)
Hilfe (.65)
Optimismus (.65)
Zusammenhänge (.65)
Bewältigung (.65)
Ermutigung (.64)
Wahrnehmung (.51)
Konfrontation (.49)
Aufbruch (.47)
Sicherheit (.45)
Erleichterung (.42)
Entspannung (.39)
Durcheinander (-.44)
Verkrampfung (-.47)

bewertet
keine hochsignifikanten Beziehungen

bleibt gleich
keine hochsignifikanten Beziehungen

verständnisvoll
Ruhe (.63)
Entspannung (.62)
Hilfe (.56)
Hoffnung (.542)
Bewältigung (.52)
Trost (.51)
Zielfindung (.50)
Sicherheit (.50)
Klarheit (.49)
Nachdenken (.48
Erleichterung (.48)
Erkenntnis (.47)
Ermutigung (.46)
Lösung (.45)
Einsicht (.43)
Optimismus (.43)
Beruhigung (.41)

unterstützt
Hoffnung (.68)
Erleichterung (.63)
Hilfe (.63)
Ermutigung (.62)
Zielfindung (.58)
Erkenntnis (.58)
Bewältigung (.57)
Klarheit (.55)
Ruhe (.55)
Einsicht (.55)
Optimismus (.55)
Lösung (.54)
Aktivität (.51)
Nachdenken (.49)
Entspannung (.48)
Sicherheit (.45)
Beruhigung (.45)
Trost (.44)
Durcheinander (-.44)

überzeugt
Erkenntnis (.53)
Optimismus (.52)
Einsicht (.51)
Lösung (.51)
Aktivität (.50)
Hoffnung (.43)

formuliert das Gegenteil
Konfrontation (.40)

provoziert
Konfrontation (.80)
Nachdenken (.47)
Wahrnehmung (.46)

ist spontan
Zielfindung (.67)
Nachdenken (.66)
Aktivität (.65)
Lösung (.65)
Erkenntnis (.63)
Einsicht (.63)
Konfrontation (.60)
Optimismus (.58)
Klarheit (.56)
Hoffnung (.55)
Aufbruch (.55)
Hilfe (.53)
Wahrnehmung (.51)
Bewältigung (.49)
Ermutigung (.46)

ist unsicher
Verkrampfung (.55)
Resignation (.54)
Durcheinander (.51)
Optimismus (-.41)
Aktivität (-.42)
Erkenntnis (-.42)
Nachdenken (-.43)
Bewältigung (-.43)
Sicherheit (-.44)
Zielfindung (-.44)
Hoffnung (-.44
Lösung (-.45)
Wahrnehmung (-.50)
Hilfe (-.51)
Ermutigung (-.52)
Klarheit (-54)

stockt häufiger
Verkrampfung (.55)
Durcheinander (.46)
Resignation (.45)
Lösung (-.41)
Einsicht (-.41)
Bewältigung (-.41)
Ermutigung (-.42)
Hilfe (-.42)
Klarheit (-.43)
Nachdenken (-.43)
Erkenntnis (-.45)
Sicherheit (-.50)

ist souverän
Hoffnung (.67)
Aktivität (.62)
Hilfe (.59)
Optimismus (.58)
Ermutigung (.57)
Zielfindung (.56)
Klarheit (.56)
Lösung (.56)
Erkenntnis (.54)
Nachdenken (.54)
Einsicht (.53)
Bewältigung (.48)
Erleichterung (.45)
Aufbruch (.41)

hat Nähe zum Protagonisten
Klarheit (.68)
Ermutigung (.66)
Aktivität (.64)
Zielfindung (.63)
Hilfe (.62)
Optimismus (.62)
Lösung (.61)
Hoffnung (.60)
Erkenntnis (.57)
Bewältigung (.56)
Einsicht (.56)
Nachdenken (.54)
Aufbruch (.51)
Wahrnehmung (.47)
Durcheinander (.45)
Ruhe (.43)
Erleichterung (.43)
Verkrampfung (-.45)

ist selbst beteiligt
keine hochsignifikanten Beziehungen

verwirklicht eigenes Konzept
keine hochsignifikanten Beziehungen

ist hastig
Resignation (.45)
Durcheinander (.44)
Verwirrung (.39)
Sicherheit (-.43)
Ruhe (-.66)

hat Distanz zum Protagonisten
Durcheinander (.45)
Resignation (.41)
Bewältigung (-.41)

lässt Freiheit
keine hochsignifikanten Beziehungen

ist verwickelt
Erschütterung (.42)
Verwirrung (.39)
Klarheit (-.40)
Ruhe (-.41)
Sicherheit (-.44)

ist interessiert
Ermutigung (.49)
Zielfindung (.48)
Klarheit (.48
Aktivität (.47)
Optimismus (.46)
Lösung (.46)
Hilfe (.43)
Bewältigung (.42)
Hoffnung (.41)
Durcheinander (-.46)

urteilt
Durcheinander (.43)

verbalisiert Gefühle
Ermutigung (.63)
Hilfe (.61)
Aktivität (.58)
Lösung (.56)
Klarheit (.55)
Bewältigung (.53)
Hoffnung (.51)
Erkenntnis (.50)
Nachdenken (.48)
Optimismus (.48)
Zielfindung (.47)
Ruhe (.47)
Wahrnehmung (.46)
Einsicht (.46)
Sicherheit (.45)
Erleichterung (.43)
Verkrampfung (-.41)
Durcheinander (-.43)

wartet Bestätigung ab
keine hochsignifikanten Beziehungen

lässt Zeit
Ruhe (.65)
Beruhigung (.49)
Sicherheit (.46)
Hilfe (.45)
Durcheinander (-.44)

überwindet Widerstände
Hilfe (.46)
Solidarität (.40)

nimmt Widerstände wahr
Nachdenken (.52)
Ermutigung (.51)
Hoffnung (.50)
Klarheit (.48)
Aktivität (.48)
Hilfe (.45)
Wahrnehmung (.44)
Optimismus (.41)
Zielfindung (.41)

ist sehr erfahren
Aktivität (.71)
Lösung (.60)
Nachdenken (.59)
Erkenntnis (.59)
Klarheit (.58)
Hilfe (.57)
Ermutigung (.56)
Einsicht (.56)
Zielfindung (.54)
Optimismus (.53)
Bewältigung (.52)
Hoffnung (.52)
Aufbruch (.48)
Konfrontation (.47)
Wahrnehmung (.44)

erfasst Gruppensituation
Konfrontation (.59)
Nachdenken (.57)
Aktivität (.55)
Lösung (.53)
Einsicht (.51)
Erkenntnis (.49)
Wahrnehmung (.47)
Ermutigung (.47)
Klarheit (.45)
Hilfe (.45)
Hoffnung (.43)
Durcheinander (-.40)
Verkrampfung (-.41)

ist eilig
Durcheinander (.39)
Ruhe (-.54)

bevormundet
keine hochsignifikanten Beziehungen

vermittelt Einsichten
Einsicht (.63)
Optimismus (.57)
Erkenntnis (.55)
Aktivität (.53)
Hoffnung (.48)
Nachdenken (.48)
Lösung (.47)

begleitet
Ermutigung (.65)
Hilfe (.59)
Klarheit (.58)
Lösung (.56)
Hoffnung (54)
Erleichterung (.52)
Erkenntnis (.50)
Zielfindung (.49)
Aktivität (.49)
Bewältigung (.49)
Ruhe (.49)
Optimismus (.49)
Einsicht (.49)
Nachdenken (.46)
Sicherheit (.40)
Wahrnehmung (.39)
Verkrampfung (-.39)
Durcheinander (-.44)

 

Aus der Gesamtheit der Doppeleigenschaften heben sich einige hervor, die mit auffällig zahlreichen bzw. relativ wenigen Wirkungen höher korrelieren. Dazu gehören die Eigenschaften "Kann gut formulieren " und "sieht Zusammenhänge" mit jeweils 20 korrelierenden Wirkungen. Die Eigenschaften "bringt weiter", "unterstützt", "hat Nähe zum Protagonisten", "verbalisiert Gefühle" und "begleitet" korrelieren jeweils mit 19 bzw. 18 Wirkungen. Die Eigenschaften "verständnisvoll", "bleibt am Ball", "ist unsicher", "kommt auf den Punkt", "gibt Anregung", "ist spontan", "nimmt Widerstände wahr" korrelieren noch mit 15-17 Wirkungen. Anderseits zeigen sich auch Eigenschaften, die nur mit wenigen Wirkungen höher korrelieren oder aber gar keine hochsignifikanten Beziehungen aufweisen, keine hochsignifikanten waren bei folgenden Eigenschaften zu finden:

 

wartet ab hat gleiche Körperhaltung
fragt ist angestrengt
stellt Blickkontakt her vorsichtig
schaut an nimmt sich zurück
nachdenklich selbst angesprochen
verbalisiert Körpersprache bleibt gleich bewertet
bleibt gleich ist selbst beteiligt
verwirklicht eigenes lässt Freiheit
Konzept bevormundet
wartet Bestätigung ab  

 

Bei den nachfolgend aufgelisteten Eigenschaften korrelieren weniger als drei Wirkungen deutlich:

nimmt auf ruhig
gelassen nimmt sich selbst zurück
drängt überlegt
gleicht sich stimmlich an ist überlegen
ist bei sich selbst geduldig
stimmt zu strahlt Ruhe aus
hat Distanz zum Protagonisten formuliert das Gegenteil
urteilt überwindet Widerstände
ist eilig provoziert
vervollständigt Sätze

 

Negative Wirkungen dem Protogonisten provozieren folgende Eigenschaften:

ist eilig urteilt
ist verwickelt hat Distanz zum Protagonisten
ist hastig ist unsicher
stockt häufiger ist bei sich selbst
starr

 

Unter ihnen sind folgende Eigenschaften mit besonders vielen negativen Wirkungen korreliert:

  • starr (13 negative Wirkungen)
  • ist unsicher (16 negative Wirkungen)
  • stockt häufiger (12 negative Wirkungen)

 

Folgende Eigenschaften des Doppels haben hochsignifikante Korrelationen zu spezifischen Wirkungen beim Protagonisten:

  • Provozierendes Verhalten beim Doppel führt zur Konfrontation beim Protagonisten.
  • Wenn das Doppel gut formulieren kann, erreicht es beim Protagonisten eine Aktivierung.
  • Sieht das Doppel Zusammenhänge, führt dies beim Protagonisten zu Klarheit.
  • Bleibt das Doppel am Ball, bewirkt dies beim Protagonisten Erkenntnis, Einsicht und Nachdenken.
  • Stellt sich das Doppel auf den Protagonisten ein, wird diesem damit Hilfe gegeben und ein Gefühl von Ruhe ausgelöst.
  • Ist das Doppel sehr erfahren, erfährt der Protagonist eine Aktivierung.

 

Kommt das Doppel "auf den Punkt", bewirkt dies beim Protagonisten Klarheit und Hoffnung. Auch Nähe zum Protagonisten bewirkt Klarheit. Unterstützendes, auch souveränes Verhalten beim Doppel bewirkt beim Protagonisten Hoffnung. Ist das Doppel spontan, bewirkt es beim Protagonisten Zielfindung, "geht es mit" entsteht Hilfe und Hoffnung. Auch einfühlsames Verhalten beim Doppeln bewirkt Hilfe. Begleitendes Verhalten bewirkt Ermutigung. Gibt das Doppel Anregung, treibt den Doppelprozess voran, bewirkt es Einsicht. Verbalisiert es Gefühle, hat dies Ermutigung zur Folge. dass es beim Vermitteln von Einsichten auch beim Protagonisten Einsichten bewirkt, versteht sich von selbst. Verständnisvolles Verhalten beim Doppel bewirkt Ruhe beim Protagonisten.

 

Welche Wirkungen erzielen die Doppel beim Protagonisten?

Die Frage, welche Wirkungen die festgestellten Doppeltypen beim Protagonisten erzielen, wird durch eine Korrelation zwischen den gefunden Typen und den von den jeweiligen Protagonisten geschilderten Wirkungen geklärt. Hierzu werden die den Doppeltyp charakterisierenden Eigenschaften (mit den höchsten Faktorenladungen, in der Regel > .7) in ihren Punktwerten addiert und mit den Wirkungsbeschreibungen korreliert.

Das einfühlsame, zuhörende, sich auf den Protagonisten einstellende und begleitende Doppel ist aufmerksam, begleitet den Protagonisten und hat Nähe zu ihm. Es bewirkt beim Protagonisten in hohem Maße das Gefühl, Hilfe zu erlangen. Die Einschätzung der Beobachter über die Wirkung des Doppelns korreliert mit .79. Es schafft Klarheit (.71) und Ermutigung (.68), in etwa gleich hohem Maße bewirkt es Ruhe (.66) und Hoffnung (.65). Es ist lösungsbetont (.59), dient dem Protagonisten zu seiner Zielfindung (.62) und hilft bei der Bewältigung von Problemen (.60). Der Protagonist wird aktiviert (.54), fühlt sich sicherer (.54), erhält Erkenntnisse über sich und seine Situation (.54) und stimmt ihn optimistisch (.56). Er wird zum Nachdenken angeregt (.48), ordnet sich in Gefühlen und Gedanken (Durcheinander -.52) und fühlt Erleichterung (.48) sowie sich auch Verkrampfung löst (Verkrampfung -.50)

Das ruhige, geduldige und sich selbst zurücknehmende Doppel erzielt außer Ruhe (.47) und Beruhigung (.42) beim Protagonisten keine weiteren hochsignifikanten Veränderungen.

Das Zusammenhänge erkennende Doppel, welches den Protagonisten weiter bringen will, beim Doppelprozess "am Ball bleibt", gut formuliert, Einblick hat und Anregungen gibt, verändert den Protagonisten in 20 von 28 untersuchten Wirkungsbereichen hochsignifikant: Neben Erkenntnis (.74) wird Einsicht (.74) und Klarheit (.75) bewirkt, auch Lösung der Konfliktlage (.74) erreicht. Der Protagonist wird intensiv zum Nachdenken angeregt (.72), erlangt Zielfindung (.70) und Hilfe (.72). Er entwickelt ein starkes Hoffnungsgefühl (.72), wird optimistisch (.63), aktiviert (.69), ermutigt (.64) und bewältigt die Konfliktsituation leichter (.65). Der Protagonist wird in seiner Wahrnehmung geschärft (.54), durch Konfrontation (.49) zum Aufbruch ermutigt (.58). Sicherheit (.44) und Erleichterung (.46) macht Durcheinander (-.42) und Verkrampfung (-.53) unmöglich.

Wenn das Doppel Blickkontakt mit dem Protagonisten hält und diesen anschaut, damit auch Zustimmung und Solidarität zum Ausdruck bringt, entsteht hierdurch beim Protagonisten keine darauf zurückführende hochsignifikante Wirkung. Auf niedrigerem Signifikanzniveau fühlt sich der Protagonist aktiviert (.34), erlangt Klarheit (.32) und Ermutigung (.38).

Treibt das Doppel den Doppelprozess voran und übernimmt die Leitung, vervollständigt zum Beispiel Sätze oder macht Vorschläge, entsteht beim Protagonisten dadurch Erkenntnis (.60), Einsicht (.58) und Hoffnung (.56). Er wird konfrontiert (.56), aktiviert (.57) und erreicht Lösungen (.54) und Bewältigung (.46) seiner Situation. Der Protagonist erlangt Hilfe (.49), wird nachdenklich (.53), aber auch optimistisch (.53). Er wird auch zum Aufbruch angeregt (.51) und zur Zielfindung (.43).

Ist das Doppel sehr erfahren, verhält sich spontan auch unter Berücksichtigung der Gruppensituation, nimmt Widerstände wahr und überwindet diese, aktiviert es hierdurch den Protagonisten (.68), schafft Lösung (.64), Nachdenklichkeit (.65), Klarheit (.59), Einsicht (.60), Erkenntnis (.59). Es hilft ihm (.62), konfrontiert auch (.58) und hilft zur Wahrnehmung (.57) und Zielfindung (.56). Ermutigung ( .57) und Hoffnung (.59) führen zur weiteren Bewältigung (.49) und Aufbruch (.45).

Wenn das Doppel selbst beteiligt und selbst angesprochen ist und sich für den Protagonisten anstrengt, entsteht hierdurch beim Protagonisten keine signifikante Wirkung.

Bei Unsicherheit des Doppels, häufigerem Stocken, einem starren Doppelverhalten und eigener Verwicklung in den Doppelprozess entsteht beim Protagonisten Verkrampfung (.65), Resignation (.58), Durcheinander (.57) und Verwirrung (.42). Für den Protagonisten positive Wirkungen korrelieren alle negativ: Klarheit (-.64), Hilfe (-.62), Ermutigung (-.61), Sicherheit (-.56), Aktivität (-.5), Erkenntnis (-.50), Nachdenken (-.48), Hoffnung (-.51), Bewältigung (-.49), Zielfindung (-.45); Optimismus (-.44), Wahrnehmung (-.47), Lösung (-.46), Ruhe (-.46), Einsicht (-.45).

Ist das Doppel eilig, hastig und bevormundet, formuliert das Gegenteil und provoziert, wird der Protagonist in hohem Maße konfrontiert (.49) und erschüttert (.45), aber auch verwirrt (.42) und unruhig (Ruhe: -.45)

Urteilt das Doppel, verfolgt ein eigenes Konzept beim Doppelprozess und drängt, weil es sich selbst verwirklichen will, wird der Protagonist damit konfrontiert (.49). Anderer signifikanten Wirkungen werden nicht erzielt.

 

Durch welche Faktoren werden die Doppeltypen erklärt?

Die durch die Clusteranalyse gefundenen Doppeltypen sind durch Faktorenanalysen inhaltlich näher bestimmt. Sie korrelieren untereinander in hohem Maße, so dass die Frage entsteht: Welche Doppeltypen lassen sich inhaltlich voneinander schärfer trennen?

Eine Hauptkomponentenanalyse der Interkorrelationsmatrix der Doppeltypen ergibt zwei Faktoren:

Faktor I Faktor II
stringent, kognitiv, erfahren, einfühlsam urteilend, eigenes Konzept, drängt, eilig, hastig, bevormundend

 

Die nachfolgende graphische Darstellung gibt einen Überblick darüber, in welcher Weise die zwei Grundfaktoren die Ähnlichkeiten zwischen den Doppeltypen begründen:

 

Tabellarische Übersicht über die Ergebnisse der Hauptkomponentenanalyse

Gültige Fälle: 56

VARIMAX FAKTORLADUNGEN

Item Faktor
1
Faktor
2
Kommunalität
DOPPELTYP 01 0,7719 -0,51409 0,86013
DOPPELTYP 02 0,11231 -0,6430 0,42617
DOPPELTYP 03 0,87789 0,06752 0,77525
DOPPELTYP 04 0,33834 0,0016 0,11448
DOPPELTYP 05 0,67287 0,43525 0,64221
DOPPELTYP 06 0,83494 0,15596 0,72145
DOPPELTYP 07 -0,20742 0,31295 0,14096
DOPPELTYP 08 -0,73924 0,19872 0,58597
DOPPELTYP 09 0,15841 0,80277 0,66954
DOPPELTYP 10 0,25608 0,8662 0,81589
Quadratsumme 3,32370 2,42839 5,75209
Prozent der Varianz 33,2370 24,2839 57,5209

 

Welche Doppeltypen erzielen welche Wirkfaktoren?

Die Wirkungen Trost, Beruhigung, Hoffnung und Ermutigung sowie Optimismus und Erleichterung korrelieren in hohem Maße mit dem Doppeltyp 1, 2, 3, 5, 6 und negativ mit dem Typen 8.

Die Wirkungen Zerstörung, Resignation, Verwirrung, Durcheinander und Verkrampfung korrelieren positiv hochsignifikant mit dem Doppeltyp 8, weniger signifikant mit dem Doppeltyp 7 und 9.

Die Wirkung Ruhe korreliert in hohem Maße positiv mit dem Doppeltyp 1, 2, weniger signifikant auch mit 4 und negativ mit dem Doppeltypen 8 und 9, weniger signifikant negativ auch mit dem Doppeltypen 6 und 7.

Die Wirkungen Einsicht, Lösung, Erkenntnis, Nachdenken, Hilfe und Konfrontation korrelieren hoch signifikant positiv mit dem Doppeltypen 6, 5, 1 und 3 und negativ mit dem Doppeltypen 8.

Korrelationskoeffizient

Gültige Fälle: 56

Einseitige Signifikanz

Item WIRK 01 WIRK 02 WIRK 03 WIRK 04
DOPPELTYP 01 0,7296 -0,43977 0,65736 0,57214
  8,95E-11 3,48E-04 1,86E-08 2,05E-06
DOPPELTYP 02 0,09143 -0,08866 0,4707 -0,07624
  0,25136 0,25789 1,26E-04 0,28825
DOPPELTYP 03 0,73904 -0,35163 0,34251 0,82978
  3,92E-11 0,00393 0,00488 1,35E-15
DOPPELTYP 04 0,34132 -0,07782 0,10824 0,2562
  0,00501 0,28429 0,21357 0,02832
DOPPELTYP 05 0,56377 -0,23806 0,15021 0,67825
  3,03E-06 0,03862 0,13457 4,64E-09
DOPPELTYP 06 0,64535 -0,27439 0,31863 0,74973
  3,95E-08 0,02035 0,00834 1,48E-11
DOPPELTYP 07 -0,15838 0,31943 -0,34314 -0,06377
  0,12183 0,0082 0,00481 0,32025
DOPPELTYP 08 -0,57395 0,59583 -0,45608 -0,53018
  1,88E-06 6,34E-07 2,06E-04 1,32E-05
DOPPELTYP 09 -0,00293 0,38691 -0,4509 0,28187
  0,49142 0,00161 2,44E-04 0,01765
DOPPELTYP 10 0,1963 0,16025 -0,17727 0,35939
  0,07352 0,11902 0,09559 0,00326

 

Zusammenfassung, Diskussion und Ergebnis

1. Untersuchungsdurchführung

Es soll der Versuch gemacht werden, anhand von systematischen Beobachtungen von Doppelprozessen im Humanistischen Psychodrama zu klären, ob das Doppeln als eine Methode des Humanistischen Psychodramas und nicht nur in ihm zu beschreiben ist, ob im Doppelprozess in ihren Eigenschaften abgrenzbare Doppeltypen zu erkennen sind und welche Wirkungen diese Doppeltypen auf den Protagonisten haben, und wie diese von den anderen Gruppenmitgliedern wahrgenommen werden.

(Als "Typen" sind Doppel zu beschreiben, die die kennzeichnenden Eigenschaften und Merkmale in hohem Maße übereinstimmend repräsentieren).

Hierzu sind in 25 Doppelprozessen von 205 Beobachtern Eigenschaftsbeobachtungen und Einschätzungen von Protagonisten und Doppel untersucht, in weiteren 10 Doppelprozessen sind die erlebten Wirksamkeiten des Doppelprozesses in Bezug auf den Protagonisten, das Doppel und die Gruppenmitglieder ausgewertet worden.

Bei allen Untersuchungen wurde eine jeweils identische Einschätzskala zugrunde gelegt und Mittelwert-, Cluster- und Faktorenanalysen durchgeführt..

 

2. Die in der Literatur beschriebenen Doppeleigenschaften

Zerka Toeman Moreno beschreibt für Ihren Doppelgänger, dass

  • dieser die Erwärmung des Protagonisten fördert,
  • er auftretende Widerstände durchbricht,
  • er unbewusste Erfahrungen aufdeckt,
  • er dem Protagonisten Selbstvertrauen vermittelt,
  • er auf die Katharsis des Protagonisten hinlenkt,
  • er das Spiel leitet,
  • er beim Protagonisten andere Formen des Ausdrucks und des Erlebens eröffnet,
  • er den Protagonisten auf andere Wege führt,
  • er dem Protagonisten Einsichten vermittelt,
  • er den Realitätsbezug stützt,
  • er das Spiel intensiviert oder bremst,
  • er dem Protagonisten das Gefühl gibt, verstanden werden.

Hilarion Petzold postuliert für das Doppel im Psychodrama, dass

  • es empathisch/einfühlend sein soll,
  • es dem Klienten das Erleben der Matrix der All-Identität ermöglicht,
  • es durch Empathie Regression auf frühere Entwicklungsstufen evoziert, auf der sich der Protagonist als heil und noch nicht durch Traumatisierungen zersplittert empfinden kann,
  • es sich an der Erlebnisrealität des Protagonisten orientieren soll,
  • es Identität mit dem Protagonisten erreichen soll.

Rüdiger Müngersdorff stellt für das Doppel im Humanistischen Psychodrama fest:

  • es hat eine zwischen Gruppe und Protagonisten vermittelnde, kommunikative Funktion,
  • es hilft und unterstützt,
  • es vermittelt Einsichten,
  • es ermöglicht Distanzierung und Abrücken von der lebensgeschichtlich bestimmten Struktur,
  • es ermöglicht den Gruppenmitgliedern das Mitwirken am Spiel des Protagonisten,
  • es soll dem Protagonisten zu einem erweiterten und intensivierten Ausdruck seiner Lebenswelt verhelfen (Wiederholung, Konzentration, Verknappung der Aussagen, Isolation von Ausdruckselementen, Wechsel der Ausdrucksebene),
  • es ermöglicht die Erfahrung sozialer Bindung in der Selbstexploration, vermittelt Offenheit und Begleitung der Gruppe, vermittelt Vertrauen und die Erfahrung von Mitmenschlichkeit während des Protagonistenspiels.

 

3. Die in der empirischen Arbeit gefundenen in ihren Eigenschaften abgrenzbaren Doppeltypen und ihre Wirkungen

Doppeltyp 01 ist einfühlsam, zuhörend und begleitend, protagonistenzentriert und lösungsbetont und bewirkt beim Protagonisten in großem Maße Hilfe, Klarheit, Ermutigung und Hoffnung
Doppeltyp 02 ist ruhig, geduldig und nimmt sich selbst zurück, bewirkt beim Protagonisten nur Ruhe
Doppeltyp 03 erkennt Zusammenhänge (strukturiert), bleibt am Ball (protagonistenzentriert), formuliert gut (kognitiv), gibt Anregungen (kreativ) und verändert den Protagonisten hochsignifikant, indem er Erkenntnis, Einsicht, Klarheit vermittelt, außerdem Lösungsmöglichkeiten, Zielfindung, Hoffnung und Ermutigung zum Aufbruch
Doppeltyp 04 hat Blickkontakt mit dem Protagonisten und signalisiert Zustimmung und Solidarität, hat jedoch für den Protagonisten keine signifikante Wirkung
Doppeltyp 05 übernimmt die Leitung, d. h. er treibt den Prozess voran und macht Vorschläge. Er ist protagonisten- und handlungsorientiert, sowie phantasievoll. Er wird vom Protagonisten als Erkenntnis, Einsicht, Hoffnung, Konfrontation, Aktivierung bewirkend empfunden
Doppeltyp 06 ist sehr erfahren, spontan in Bezug auf die Situation des Protagonisten und der Gruppe, nimmt Widerstände wahr und hilft sie zu überwinden. Er hat signifikante Wirkung, indem er den Protagonisten aktiviert, Erkenntnis- und Einsichtsfähigkeit fördert und Klarheit und Hilfe vermittelt
Doppeltyp 07 ist angestrengt, selbst angesprochen und beteiligt und bewirkt beim Protagonisten keine spezifischen Wirkungen
Doppeltyp 08 ist unsicher und starr in seinem Doppelverhalten, ist selber verwickelt und bewirkt beim Protagonisten Verkrampfung, Resignation und Verwirrung
Doppeltyp 09 ist eilig, hastig, bevormundend und konfrontativ und bewirkt damit Konfrontation, Erschütterung, Verwirrung und Unruhe
Doppeltyp 10 ist urteilend, verfolgt sein eigenes Konzept, drängt und will sich selbst verwirklichen. Darauf reagiert der Protagonist signifikant konfrontativ

 

Die Untersuchung beschreibt 10 in ihrer Wirkung auf den Protagonisten abgrenzbare Doppeltypen im Humanistischen Psychodrama, die durch unterschiedliche Eigenschaften gekennzeichnet sind.

Doppeltypen, die stringent, kognitiv, erfahren und einfühlsam handeln, werden vom Protagonisten als hilfreich bei der Bewältigung seiner Konfliktlösung empfunden (Typ 3, 6, 1, 5), wohingegen Doppeltypen, die urteilend, drängend, bevormundend gehandelt haben (Typ 10, 9, 8) vom Protagonisten als nicht hilfreich oder sogar als den Konflikt verstärkend empfunden wurden.

 

4. Die vom Doppel und Protagonisten wahrgenommenen Wirkungen

Die größte Übereinstimmung von Wirkungen des Doppels in Bezug auf den Protagonisten, die einerseits vom Protagonisten selbst und andererseits vom Doppel eingeschätzt wurden, bestehen in der Bewältigung, Entspannung und Erkenntnis, sowie Solidarität. Die geringste Übereinstimmung zeigt sich bei Wirkungen wie Aktivität, Hilfe, Nachdenken, Ruhe und Beruhigung.

Etwa durchschnittliche Übereinstimmung ergibt sich bei der Einschätzung für Aufbruch, Einsicht, Konfrontation, Wahrnehmung, Trost, Sicherheit, Ermutigung, Zielfindung, sowie für Zerstörung, Resignation, Verkrampfung und Erschütterung.

 

5. Die Bedeutung des Doppels im Humanistischen Psychodrama

Ausgehend vom klassischen Psychodrama nach Zerka Moreno wie auch vom behavioristisch orientierten Psychodrama nach H. Petzold lassen sich im Vergleich zum Humanistischen Psychodrama sowohl inhaltliche wie auch methodische Unterschiede feststellen. Auch in Bezug auf die beschriebenen Ziele, die ein Doppel erreichen und bewirken soll, werden die Unterschiede anhand der Studie deutlich.

Ein Ziel des Humanistischen Psychodrama ist es, dass der Protagonist die Möglichkeit erhält, die Selbstwahrnehmung in Situationen seines Lebens zu erweitern, dass sich ihm neue Verhaltens- und Erlebensspielräume eröffnen, er neue Perspektiven im Verständnis von sich selbst sieht und sich zufrieden stellende Konzeptionen im sozialen, kulturellen und zeitlichen Kontext vorstellbar und erlebbar macht, sowie sie durch breitere Erkenntnismöglichkeiten realisiert.

Hierbei ist das Doppel im Gruppenprozess sowie im Protagonistenspiel mit einer humanistischen Werthaltung konstituierend.

Das Doppel ist emanzipiert-partnerschaftlich und gleichzeitig protagonistenzentriert. Es verständigt sich mit dem Protagonisten über seine Gefühle, seine Denkweisen und Wertevorstellungen. Dabei geht es darum, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Vorstellungen von Protagonist und Doppel zu finden. Dieses Sich-Austauschen findet sowohl auf der verbalen Ebene, als auch auf der emotionalen-, wie auf der Handlungsebene statt, um dem Protagonisten Vertrauen in Bezug auf das Doppel, und dem Doppel die Einsichtnahme in die Vorstellungen des Protagonisten zu vermitteln. Dieser gemeinsame Prozess der Verständigung von Protagonist und Doppel wird von den anderen Gruppenmitgliedern miterlebt und mitempfunden und motiviert diese, den Doppelprozess von sich aus fortzuführen, zu ergänzen, zu variieren, wie es für ihre eigene Konzeptionsbildung förderlich ist. Dieses interpersonelle und interaktionelle Geschehen ist eine wesentliche sozialpsychologische Dimension des gruppentherapeutischen Prozesses.

Battegay (18) formuliert: "In der Gruppe geht ein ständiges Feedback, eine laufende Rückkopplung des Verhaltens der Mitglieder durch andere vor sich. Jegliche Handlung eines Einzelnen löst im Kollektiv eine Reaktion aus." In diesem Zusammenhang ist das Doppel als integraler Bestandteil des Humanistischen Psychodrama zu sehen und nicht als Leiter-Instrument zur Beeinflussung und Steuerung einer Protagonistenszene.

Eine Instrumentalisierung des Doppels lässt sich von Zerka T. Morenos Doppelgängerkonzeption ableiten. Zerka Moreno geht in ihrem Verständnis der Doppeltechnik vom Tele-Konzept aus. Darin ist der angenommene Tele-Prozess eine maßgebliche vom Doppel geleistete Einfühlung und entspricht nicht so sehr einer gemeinsamen interpersonellen, kommunikativen Arbeit. Zerka Morenos diesbezügliche Forderung nach "Identität und Fähigkeit zur Distanz" (Identität als durch Tele-Prozess maßgeblich vom Doppel geleistete Einfühlung, die in ein gegenseitiges Sich-Eins-Fühlen vom Protagonisten und Doppel münden soll und die auf Seiten des Protagonisten eine Matrix der Identität, der frühesten Form sozialen Erlebens reproduzieren soll und die "Fähigkeit zur Distanz" als eine funktionale Bestimmung der Wirkweise des Doppels) können die wirkungsorientierten Eigenschaften des Doppels nicht hinreichend erklären.

Die Doppel des Humanistischen Psychodramas zeigen vom Protagonisten beschriebene Wirkungen. Handelt das Doppel z. B. in der Weise, dass es mitleitend dem Protagonisten Vorschläge macht und prozessorientiert den Handlungsverlauf mitgestaltet, so hat der Protagonist Erkenntnis, Klarheit, Hoffnung und besonders Einsicht erlangt. Battegay (18) versteht unter Einsicht ein Erkennen unbewusster, in vergangenen Konflikten begründeter Motivationen und ein gleichzeitiges erstes Bemühen um eine Verhaltenskorrektur.

Da der Doppelprozess als ein kommunikativer Prozess zu verstehen ist, umfasst er immer Eigenschaften und Wirkungen in einem größeren Kontext. Weder einzelne Eigenschaften des Doppels noch Wirkmechanismen einzelner Eigenschaften können isoliert gesehen werden, ohne sie in einer prozesshaften Veränderung zu verstehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beziehungsstruktur zwischen Protagonist und Doppel sich in den Eigenschaften des Doppels ausdrückt und dort wahrgenommen werden kann, so dass die Eigenschaften im Hinblick auf das interaktionelle Geschehen nicht gesondert berücksichtigt werden müssen. So geht das Doppel nicht mit modifizierten Eigenschaften in den Doppelprozess ein, sondern entwickelt diese Eigenschaften im interaktionellen Geschehen mit dem Protagonisten.

 

Literatur

(1) Moreno, J. L.: Who shall survive, 1953, S. 320
(2) Petzold, Hilarion: Psychodrama-Therapie. In: Integative Therapie, Beiheft 3, Junfermann-Verlag, Paderborn, 1979, S. 145
(3) Müngersdorff, Rüdiger: Über die Doppeltechnik im Psychodrama. In: Gessmann, H.-W. (Hrg.) Bausteine der Gruppenpsychotherapie, Band 2, Jungjohann Verlag, Neckarsulm, 1987, S. 31-137
(4) Petzold, Hilarion: Psychodrama-Therapie. In: Integrative Therapie, Beiheft 3, Junfermann-Verlag, Paderborn, 1979, S. 164-165
(5) Moreno, Z. T.: Clinical Psychodrama: Auxiliary Ego Double and Mirrir Technique. In: Sociatry, Beacon House Publisher, Vol. IX, No 2-3, 1946, S. 180. In deutscher Sprache in: Humanistisches Psychodrama, Band 2, Hrg. H.-W. Gessmann, PIB Verlag, 1994, S. 13-18
(6) Moreno, J. L.: Gruppenpsychotherapie und Psychodrama, 1973, S. 86
(7) Petzold, Hilarion: Psychodrama-Therapie. In: Integative Therapie, Beiheft 3, Junfermann-Verlag, Paderborn, 1979, S. 156-157
(8) Schützenberger, Ancelin: Psychodrama - Ein Abriss. Erläuterung der Methoden, Hippokrates, Stuttgart,1979
(9) Leutz, Grete: Das Klassische Psychodrama nach J. L. Moreno, Springer Verlag, Berlin - Heidelberg - New York, 1974
(10) Moreno, Z. T.: The double situation in Psychodrama. In: Sociatry, Beacon House Publisher, Vol. I, No 4, 1948. In deutscher Sprache in: Humanistisches Psychodrama, Band 2, Hrg. H.-W. Gessmann, PIB Verlag, 1994, S. 19-29
(11) Perrott, Louis A.: Doubling from an existential Phenomenological Viewpoint. In: Group Psychotherapy and Psychodrama, Beacon House Inc., Vol. XXVIII, 1975
(12) Taylor, Guy S.: The Effect of Nonverbal Doubling on the Emotional Response of the Double. In: Journal of Group Psychotherapy, Psychodrama and Sociometry, Vol. 36, No. 2, Heldref Publications, Washington D. C., 1983
(13) Battegay, R.: Der Mensch in der Gruppe, Bd. III, Huber, Bern, 1972
(14) Yablonski, L.: Psychodrama. Klett-Cotta, Stuttgart, 1978