PIB-ZentrumPsychotherapieTherapieverfahrenGerontotherapie

Integrierte Gerontotherapie

Integrierte Gerontotherapie

Integrierte Gerontotherapie, welche auch an unserer Einrichtung gelehrt wird, soll

  • die Autonomie und Selbständigkeit von älteren und alten Menschen fördern,
  • ältere und alte Menschen bei der Überwindung emotionaler und mentaler Barrieren unterstützen, die sie daran hindern, ihr Leben selbst zu bestimmen,
  • ältere und alte Menschen in belastenden Situationen begleiten und ihnen in Krisen wirkungsvoll helfen,
  • bei situationsgebundenen Problemen für den älteren und alten Menschen wie für sein soziales Umfeld Unterstützung und Klärungshilfe sein,
  • die Familien und das soziale Umfeld eines älteren pflegebedürftigen Menschen bei der Bewältigung dieser neuen Situation helfend beraten und bei emotionalen Krisen intervenieren können,
  • in der Situation der terminalen Pflege des Sterbenden sowie in das soziale Umfeld und die Pflegekräfte stützend begleiten.

 

Fachliches

Der grundlegende Ansatz basiert auf einer ressourcen-orientierten Sichtweise des Menschen und der Korrektur des defizitären Altersbildes. Die Wahrnehmung individueller Ressourcen ermöglicht die Förderung von Kompetenz und Selbständigkeit im Alter. Neue Handlungsmöglichkeiten werden erprobt und können dann im Alltag umgesetzt werden. Die therapeutische Arbeit beinhaltet die Einladung zu einem Gespräch, in dem hinderliche Überzeugungen und Erlebnisfixierungen überdacht und umgestaltet werden. Insofern ist unsere Arbeit lösungsorientiert, ohne den Raum für das Erleben gegenwärtiger, bedeutsamer Emotionen einzuengen. Die therapeutische Arbeit mit älteren und alten Menschen versteht sich auch als Möglichkeit zur Aufarbeitung "unerledigter Geschäfte" und der Verarbeitung der vielfältigen körperlichen und sozialen Verluste in dieser Lebenszeit.

Unser integrativer Ansatz ist mit seinen Zielen und Interventionen den Fähigkeiten und Bedürfnissen älterer und alter Menschen angepasst. Die therapeutische Basis bildet das Humanistische Psychodrama, das mit gesprächstherapeutischen, verhaltenstherapeutischen und gestalttherapeutischen Methoden erweitert und ergänzt wird. Diese Verbindung verschiedener Methoden führt zu einem ganzheitlichen Konzept, das Flexibilität und Individualität einschließt. Aus unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen werden individuelle Vorgehensweisen ausgewählt und für spezifische Arbeitsfelder genutzt.

Therapeuten sind stets teilnehmende Beobachter. Ihre Methoden basieren auf ihrem Beteiligtsein, unserer Art der Wahrnehmung und emotionaler Präsenz. Daher ist eine Selbsterfahrung, in der der Therapeut erfährt, wer er selbst ist und wie andere ihn wahrnehmen, ein wichtiger Faktor seiner Ausbildung. Dissonanzen zwischen Selbst- und Fremdbild können erkannt und reflektiert, Veränderungen der eigenen Persönlichkeit in Gang gesetzt werden.