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Andere Schlafstörungen

Andere Schlafstörungen bzw. Formen der Insomnie können neben dem Schlaf-Apnoe-Syndrom (weiter)bestehen. Von den vielen Möglichkeiten sollen hier mangelnde Schlafhygiene, Fehlbeurteilung des eigenen Schlafs und die sog. psychophysiologische Insomnie, die sich z. B. infolge eines Schlaf-Apnoe-Syndroms entwickeln kann, als Beispiele hervorgehoben werden:

Die mangelnde Schlafhygiene stellt eine Ursache von Schlafstörungen sowie eine eigenständige Art der Schlafstörung dar (hierzu existiert auch ein separates Infoblatt). Durch die Nichtbeachtung schlafhygienischer Verhaltensregeln (wie Verzicht auf Kaffee, Zigaretten und schwere Mahlzeiten am Abend) stört der Betroffene selbst aktiv seinen Schlaf (häufig ohne sich dessen selbst bewusst zu sein).

Die Fehlbeurteilung des Schlafs stellt ebenfalls eine eigene Schlafstörung dar; hierbei ist (objektiv gesehen) jedoch nicht der Schlaf selber gestört, sondern das (subjektive) Empfinden der Erholsamkeit des Schlafs ist gestört.

Gerade Verstöße gegen die Verhaltensregeln der Schlafhygiene wie auch Fehlbeurteilungen der Schlafqualität sowie falsche Einschätzungen und Erwartungen bezüglich des Schlafes finden sich bei den meisten Schlafgestörten - und so auch bei Apnoe-Patienten. Mangelhafte Schlafhygiene, subjektive Fehlbeurteilungen und falsche Erwartungen an den eigenen Schlaf verunmöglichen ein gesundes Verhältnis zum Schlaf und ein positives Erleben des Schlafs. Bei diesen Störungen ist also nicht der Schlaf, sondern der Schläfer das Problem.

 

Lösungsweg

Da die beschriebenen Probleme regelmäßig beobachtet werden, wird zumeist (z. B. auch bei der Therapie des Schlaf-Apnoe-Syndroms) ein Therapieansatz bevorzugt, der neben bzw. als Grundlage der nCPAP-Therapie die Aufklärung und Beratung des/der Betroffenen über den Schlaf beinhaltet (nachfolgendes nach HAJAK):

Nichtpharmakologische Therapieverfahren sind ein unverzichtbares Element jeder Insomnietherapie. Sie umfassen neben der Aufklärung und Beratung des Patienten verhaltenstherapeutische Ansätze. Entspannungstherapien und spezifische Psychotherapieformen. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen haben die Effektivität dieser Verfahren für die Insomnietherapie bestätigt. Nichtmedikamentöse Therapieverfahren können bei fast allen Patienten mit Insomnie angewendet werden, auch bei Kindern und älteren Patienten. Übereinstimmend zeigen mehrere Studienanalysen, dass etwa bis zu zwei Dritteln der Patienten geholfen werden kann. Hierbei ist weniger das aktive Erlernen des Schlafens das therapeutische Ziel. Vielmehr gilt es, überhaupt erst den Zustand zu erreichen, der ein Auftreten von Schlaf ermöglicht sowie die Kontrolle über solche Einflussfaktoren zu bekommen, die die Möglichkeit, in den Schlaf zu fallen, verbessern.

 

Weitere Informationen

Schlafhygiene | psychophysiologische Insomnie