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Die psychophysiologische Insomnie und ihre Therapie

Viele Schlafgestörte versuchen trotz innerer Anspannung und kognitiver Hyperaktivität verzweifelt oder vergeblich einzuschlafen. Aufgrund der häufig mit Schlaflosigkeit verbundenen Frustrationen kann die Umgebung des Schlafzimmers auf dem Weg über einen bedingten Reflex Schlaflosigkeit verursachen. Bett und Schlafzimmer fungieren als Reize für Wachsein anstatt für Schlafen.

Lösungsweg: Stimuluskontrolle

Die Stimuluskontrolle bearbeitet die negative Konditionierung des Insomniepatienten zu seiner Situation im Bett. ... Die Assoziation zwischen Schlafumgebung und Wachsein wird dank der Stimuluskontrolle mit einer systematischen Desensibilisierung gelöst. Falsche Gewohnheiten werden abtrainiert, so dass der Patient die richtigen Zusammenhänge von Bett, Schlafzimmer und erholsamem Schlaf wieder erleben kann. In den ersten Nächten schlafen die Patienten gewöhnlich wenig. Für einige Zeit wechseln sich gute und schlechte Nächte ab, aber nach einigen Wochen schläft der Patient bedeutend besser. Viele Untersuchungen haben die Wirksamkeit dieser Therapie nachgewiesen, wenn die Regeln konsequent befolgt werden.

Schlaf ist ein aktiver Prozess. Neben Wechseln zwischen verschiedenen Schlafstadien kommen auch bei gesundem Schlaf Aufwachvorgänge vor.

Schlaf ist ein individuelles Phänomen, schwankt von Person zu Person und ändert sich mit zunehmendem Alter. Es gibt keine allgemeingültigen Normen, wie lange ein gesunder Schlaf dauern muss, auch kurzer Schlaf kann gesund sein. Der Nachtschlaf kann mit zunehmendem Alter abnehmen und durch Tagesnickerchen ersetzt werden.

Lange Bettliegezeiten können den Schlaf nicht prinzipiell verlängern.

Schlechter Schlaf wirkt sich zwar negativ auf Tagesleistung und Stimmung aus, umgekehrt aber können sich vor allem Stimmungsveränderungen und Tagesbelastungen in einer verminderten Schlafqualität widerspiegeln.

Die Eigeneinschätzung von Schlafdauer und Häufigkeit nächtlichen Erwachens stimmt selten genau mit der Wirklichkeit überein.

Anhaltend schlechter Schlaf beeinträchtigt die Lebensqualität zwar erheblich, eine direkte Lebensgefahr erwächst daraus jedoch nicht.

Jedes angestrengte Suchen des Schlafes verhindert Schlaf, Ärger und Verzweiflung über langes Wachliegen verschlimmern dies.

Schlaf muss nicht immer gut sein. Gelegentlich schlechte Nächte gehören zu den normalen Reaktionsvarianten des menschlichen Organismus.