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Die Therapie des Schlaf-Apnoe-Syndroms: nCPAP-Therapie - und alles wird wieder gut?

Im Hinblick auf die nCPAP-Therapie bei Schlaf-Apnoe-Syndrom ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass die nCPAP-Therapie schlafbezogene Atmungsstörungen (kurz: SBAS) verhindert: Ein kontinuierlicher positiver Atemwegsüberdruck verhindert die Verengung bzw. den Verschluss (Fachausdruck: Obstruktion) der oberen Atemwege und somit die genannten SBAS.

Da Atemaussetzer im Schlaf (ab etwa einer durchschnittlichen Anzahl von 10 pro Stunde) Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzmuskelschwäche u. a. begünstigen, ist die beschriebene Wirkung der nCPAP-Therapie von entscheidender Bedeutung. Da bei einer ausgeprägten Schlaf-Apnoe-Erkrankung bislang einzig die nCPAP-Therapie Atemaussetzer wirksam und vollständig verhindern kann, muss man diese Therapie in solchen Fällen als die Therapie schlechthin bezeichnen. Dem PIB Schlafmedizinischen Zentrum Duisburg ist es seit 1998 durch eine Stabilisierung der Zungenhaltemuskulatur gelungen, die Atemwege freier zu halten. Dieses stellt eine erste - nicht nur symptomatisch orientierte und nicht invasive - Behandlungsform zur Ergänzung der nCPAP-Behandlung dar.

Zu den Folgen schlafbezogener Atmungsstörungen zählen aber auch ausgeprägte Schlafstörungen, die die Lebensqualität des oder der Betroffenen oft ganz erheblich beeinträchtigen. Die nCPAP-Therapie allein garantiert nun jedoch nicht, dass man auch zu einem optimalen Schlaf zurückfindet bzw. seinen Schlaf als ungestört und erholsam empfindet.

 

Was also soll man tun, wenn man trotz nCPAP-Therapie weiterhin schlecht einschläft, in der Nacht wach wird, dann Probleme mit dem Wiedereinschlafen hat und sich am Morgen immer noch häufig wie gerädert fühlt? Und wie kann man das erklären?

Wenn Schlafapnoe-Patienten nach eingeleiteter nCPAP-Therapie über Wochen immer noch schlecht schlafen, reicht es nicht aus, dass mit einer mangelnden Gewöhnung an den Atemwegsüberdruck oder das Tragen der Nasenmaske zu erklären. Verschiedene Ursachen sind denkbar, die im Einzelfall überprüft werden sollten:

 

Ursachen, die mit der nCPAP-Therapie zusammenhängen:

schlechter Maskensitz - Lösungsweg: alternative Masken-Modelle ausprobieren; in Einzelfällen mag eine individuelle Maskenanpassung erforderlich sein;

zu niedriger Druck / zu hoher Druck (z. B. infolge Gewichtsverlust) - Lösungsweg: Kontrolluntersuchung im Schlaflabor oder mittels Apnoe-Rekorder;

ausgetrocknete Schleimhäute, Schleimhautreizungen - Lösungsweg: Nasensalbe oder Nasenöl zur Pflege und zum Feuchthalten der Schleimhäute; Atemgasbefeuchter (beachten: es gibt sowohl Warm- als auch Kaltluftbefeuchter!); hier kann auch eine Mund-Nasen-Maske oder eine Kinnbinde helfen, die das Entweichen von Luft aus dem Mund (der dadurch trocken wird) verhindern;

Luft entweicht aus dem Mund - Lösungsweg (vorausgesetzt der Atemwegsüber- druck ist nicht zu hoch): Mund-Nasen-Maske oder Kinnbinde;

zu große Atemanstrengung beim Ausatmen - Lösungsweg: hier kann der Wechsel auf ein BiPAP-Gerät (auch: REPAP) indiziert sein, das einen geringeren Überdruck beim Ausatmen und einen höheren beim Einatmen hat (ExpiratoryPAP und InspiratoryPAP-Level);

Geräuschbelastung - Lösungsweg: eine Möglichkeit ist hier die Plazierung des Geräts in einem Nachbarzimmer, wobei eine Verlängerung des Schlauchs, beispielsweise, durch ein Loch in der Wand geführt werden kann; des weiteren bietet ein Hersteller ein "Schalldämpfer" für die Nasenmaske an, der die Geräuschbelastung durch die austretende Luft verringert;

störende Vibration der Nasenmaske - dieses Problem wird von einigen Besitzern älterer Geräte beschrieben; es erklärt sich aus der Eigenschwingung des im Gerät sitzenden Motors, die sich über den Schlauch auf die Maske und von dort auf den Schädelknochen überträgt - Lösungsweg 1: neuere Geräte sind derart konstruiert, dass dieser Effekt verhindert wird; Lösungsweg 2: ein oder zwei Holzkästchen ("Marke: Eigenbau"), die zwischen Gerät und Maske "geschaltet" werden, um die Vibrationen bzw. Schwingungen zu dämpfen