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28.11.03 10:19 Alter: 8 Jahre

Randerath W 2003

Kategorie: Forschungsberichte

 

Zungenmuskel-Training durch intraorale Elektrostimulation bei obstruktiver Schlafapnoe

Winfried Randerath, Wolfgang Galetke, Karl-Heinz Rühle, C. Rocholl

Klinik Ambrock, Hagen - Abteilung für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin der Universität Witten/Herdecke

Zusammenfassung

Grundprinzip
Obwohl sich der kontinuierliche positive Atemwegsdruck bei der Behandlung von Schlafapnoe bewährt hat, ist die Einhaltung der Behandlung nicht so gut, wie man erwarten könnte. Daher wurden einige alternative Therapiemöglichkeiten untersucht. Bisher gibt es jedoch nur wenige Erkenntnisse zur Wirksamkeit elektrischer Neurostimulation der oberen Atemwegsmuskulatur als alternativer Therapiemöglichkeit. Wir erforschten daher in einer placebokontrollierten Doppelblind-Untersuchung die Wirksamkeit von Zungenmuskel-Training durch Elektrostimulation.

Methoden
An der Studie nahmen 57 Patienten (85% aller Teilnehmer, 32 Verum-, 25 Placebo-Patienten) mit leicht bis mittelgradig ausgeprägtem, obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (AHI 10-40/h) teil. Sie erhielten tagsüber acht Wochen lang zweimal täglich mindestens 20 Minuten Zungenmuskel-Training durch Elektrostimulation.

Ergebnisse
Es gab weder im Apnoe-Hypopnoe-Index noch im Schlafprofil signifikante Unterschiede zwischen Verum- und Placebogruppe. Allerdings verbesserte sich das Schnarchen durch die Stimulation erheblich (Basisniveau 63.6 +/- 23.1 Epochen /h, bei Stimulation 47.5 +/- 31.2, p <=.05), in der Placebo-Gruppe habe es keine Veränderung. In der Untersuchungsgruppe der behandelten Patienten mit einem Apnoe-Hypopnoe-Index, dessen Basisniveau unter 25/h lag, gab es sechs Patienten (jedoch keinen Placebo-Patienten, p < =.01), deren Apnoe-Hypopnoe-Index auf unter 10/h fiel (Basisniveau 18.4 +/- 3.9/h, mit Behandlung 6.4 +/- 2.7/h, p <0.05). Außerdem war bei den behandelten Patienten eine Verbesserung beim Schnarchen um 58.7 +/- 29.8% hinsichtlich der Zahl der Weckreaktionen (Arousals) zu verzeichnen.

Schlussfolgerung
Wenngleich das Zungenmuskel-Training nicht generell empfohlen werden kann, so hat sich diese Methode doch zur Verminderung des Schnarchens und zur Senkung des AHI bei 31,6% der Patienten mit leichter Schlafapnoe bewährt.