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14.05.07 17:06 Alter: 5 Jahre

Die Wachformel

Kategorie: Schlaflabor

 

Schlapp im Büro? Forscher entwickelten eine mathematische Formel, mit der sich exakt ausrechnen lässt, wann Menschen tagsüber am wachsten sind und wann der absolute Tiefpunkt kommt. Ingrid Müller

Müdigkeit ist berechenbar: CDA + CT + KF = TMT. Mehr als diese mathematische Formel braucht ein Mensch nicht, um zu wissen, wann der Zeitpunkt für den Tiefschlaf am Computer mit ziemlicher Sicherheit kommt. Ausgedacht haben sich das Wissenschaftler der Fatigue Unternehmensberatung "Awake", berichtet bbc-online. TMT heißt so viel wie: Zeitpunkt, an dem ein Mensch am müdesten ist (Time, when an individual is most tired). CDA steht für den natürlichen Biorhythmus eines Menschen: Phasen von hoher Aufmerksamkeit und Wachheit wechseln mit Müdigkeit und fehlender Konzentration. CT ist die Abkürzung für den Chronotyp, ob Menschen eher Nachteulen oder Frühaufsteher sind, während KF Faktoren sind, die Menschen schlapp werden lassen, beispielsweise Schlafmangel oder zu viel Alkohol am Abend.

Müdigkeitsrechner

"Müdigkeit im Büro ist für viele Menschen bedauerliche Realität", sagt Dr. Paul Jackson, Geschäftsführer des Unternehmens. Sie versuchten, alles unter einen Hut zu bringen: Job, Familie, gesellschaftliche Verpflichtungen. Es gibt Situationen, in denen Wachheit und Aufmerksamkeit garantiert nicht schlecht sind, "beispielsweise in Kundengesprächen oder bei wichtigen geschäftlichen Entscheidungen", so Jackson. Mit der Formel kann jeder genau ausrechnen, zu welcher Tageszeit mit Sicherheit der Tiefpunkt kommt. "Menschen können ihre Aktivitäten entsprechend planen", erklärt er.

Fehler im Job

Eine Untersuchung hatte aufgedeckt, dass sich 40 Prozent der Briten am Arbeitsplatz schläfrig fühlen. Mehr als die Hälfte gab zu, Fehler zu machen, wenn sie müde seien. Und 62 Prozent fanden, dass Müdigkeit ihre sozialen Aktivitäten beeinträchtigt. Die Umfrage brachte außerdem ans Licht, dass Männer und Frauen Müdigkeit ganz unterschiedlich empfinden. Rund 64 Prozent der Frauen reagieren gereizt, wenn sie müde sind. Die Männer räumten dagegen ein, mehr Fehler zu machen, wenn sie nicht ganz auf der Höhe sind.

"Menschen schlafen nicht genug"

Ob Formeln und Rechnen wirklich was bringen, daran zweifeln andere Wissenschaftler. Neil Stanley von der Britischen Schlafgesellschaft glaubt: "Wenn Menschen tagsüber müde sind, dann schlafen sie einfach nicht genug." Die Leute seien am fittesten, wenn Schlafmenge und -qualität stimmten. Der Experte hält mehr vom richtigen Schlafmuster und Schlafrhythmus. Diese seien wichtiger als die Anzahl der Stunden. "Der Körper holt das Maximum heraus, unabhängig davon, ob es sechs oder acht Stunden sind."

Gefährliche Schläfrigkeit

In Deutschland leiden mehr als zehn Prozent der Bevölkerung unter Schlaf-Wach-Störungen, die dringend behandlungsbedürftig sind. Davon seien 800.000 Schlafapnoe- und 25.000 Narkolepsiepatienten, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM). Nur ein Bruchteil dieser Störungen werde diagnostiziert. Schlafstörungen können fatale Folgen haben. Ein Viertel aller Verkehrstoten im Jahr 1991 auf bayerischen Autobahnen war auf Einschlafen am Steuer zurückzuführen, ergab eine Studie des HUK-Verbandes. Fachleute überrascht das nicht, weil es ähnliche Ergebnisse auch in anderen Industrieländern gibt. Die DGSM schreibt: "Gesundheitsstörungen mit vermehrter Tagesschläfrigkeit sind verbreiteter als allgemein angenommen." Eine mathematische Formel hilft da auch nicht.

 

Aktualisierung 18.05.2004

 

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