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05.05.00 11:53 Alter: 12 Jahre

Zungenmuskeltraining bei Schlafapnoe-Patienten

Kategorie: Schlaflaborpresse

 

Tinnitus-Forum - Mai 2000

Bislang werden Apnoe-Patienten mit Atemmasken behandelt. Durch die Nase wird mit Überdruck Luft zugeführt, um das Atmen zu erleichtern und Aussetzer zu vermeiden. Wir veröffentlichten in TF 3/99, S. 21 einen ausführlichen Bericht über Schlafapnoe, vor allem auch im Hinblick darauf, ob die nächtlichen Atemaussetzer Tinnitus auslösen können.

 

Die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Duisburg praktiziert nun seit etlichen Monaten ein Zungenmuskeltraining. Frank Baier, der Leiter der SHG, gehört zu denjenigen, die bei Tag und Nacht wieder frei durchatmen können. Von ihm erhielten wir folgende Nachricht.

 

Die neue Behandlungsmethode bei Schlafapnoe wurde vom Leiter des Duisburger Schlaflabors entwickelt. Die Idee: Elektrostimulation soll den Muskelansatz kräftigen, damit die Zunge im Schlaf nicht nach hinten rutscht und den Rachen verschließt.

 

Eine Elektrode von ungefähr 5 cm Durchmesser wird unter das Kinn geklebt, und zwar in dem Bereich einer ganz bestimmten Muskulatur, die dafür sorgt, dass die Zunge nach vorne gezogen wird. Eine zweite Elektrode, flach wie eine Oblate, wird unter die Zunge gelegt.

 

Der Strom fließt dann durch die vordere Zungenmuskulatur, die dazu dient, die Zunge in eben dieser Position zu halten. Das Training soll zweimal am Tag eine halbe Stunde für die Dauer von vier bis fünf Wochen erfolgen.

 

Zur Zeit läuft im Schlafmedizinischen Zentrum Duisburg eine erste Studie, um die Langzeitwirkung der Therapie zu erforschen. Bislang ist dieses Schlaflabor das einzige in Deutschland, welches diese Behandlungsmethode anwendet.